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Mithilfe der Rakeltechnik und den entsprechenden Beschichtungsstoffen kann auf einer Strukturtapete ein Kupfer-Patina-Effekt erzielt werden.
Foto: Brillux

Gut strukturiert

Oberflächen, die eine ausgeprägte Struktur besitzen, lassen sich durch die Rakeltechnik ganz besonders betonen. Ideal eignen sich dafür strukturierte, überstreichbare Tapeten. Mit den entsprechenden Beschichtungsstoffen lässt sich so beispielsweise eine effektvolle Kupfer-Patina herstellen.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl I Fotos: Brillux

Patina-Effekte liegen derzeit im Trend. Nach unzähligen Rost-Imitationen und -Interpretationen, erobern seit einiger Zeit Kupfer-Patina und Grünspan die Wandflächen (siehe z. B. Malerblatt 7/2017, Seite 24 und Malerblatt 3/2018, Seite 59). Dass sich aber ausgerechnet Strukturtapeten eignen, um durch diesen Effekt „aufgepeppt“ zu werden, mag bei dem einen oder anderen zunächst Verwunderung hervorrufen. Mithilfe der Rakeltechnik und Lasuren in Kupfer- und Grünspan-Farbtönen gelingt das jedoch spielend. Und das Ergebnis bildet die ideale Wandgestaltung für modernes Wohnen im angesagten Industrial Style oder für ein Shabby-Chic-Ambiente.

Generell kann die Rakeltechnik auf jeder Strukturtapete ausgeführt werden. Besonders gut eignen sich aber großformatige Granulat-Musterungen oder Musterungen aus Granulat und Strukturschaum, da diese eine besondere Tiefenwirkung besitzen. Brillux bietet in der neuen „Relief“-Kollektion 15 derartige Dessins an. Für die Kupfer-Patina-Rakeltechnik wurde ein Dessin gewählt, das an ein locker gewebtes Garn erinnert.

Erst auftragen

Zunächst grundiert man die Strukturtapete, die übrigens bequem in der Wandklebetechnik verarbeitet werden kann, deckend in einem Farbton, der auf den nachfolgenden Kupfer-Farbton abgestimmt ist. Um die Struktur des Wandbelags möglichst wenig zu beeinträchtigen, sollte man die hochwertige Innendispersionsfarbe mit zehn Prozent Wasser verdünnen. Der Auftrag erfolgt dünnschichtig mit einer kurzflorigen Mikrofaser-Farbwalze, so dass möglichst wenig Rollstruktur entsteht. Dann trägt man eine Metallicbeschichtung – ebenfalls mit zehn Prozent Wasser verdünnt – in einem Kupferfarbton vollflächig auf. Als Werkzeug dient wiederum eine kurzflorige Mikrofaser-Walze, allerdings wird die Metallicfarbe mit dieser in kurzen Zügen kreuz und quer aufgetragen und verschlichtet. Auf diese Weise bildet sich eine feine Rollstruktur aus. Keinesfalls sollten gleichmäßige Walzenbahnen sichtbar bleiben.

dann wieder abtragen

Nun folgt die eigentliche Rakeltechnik. Hierfür wird zuerst eine transparente Dispersionslasur und sofort im Anschluss nass in Nass eine Metallicbeschichtung in einem Türkis-Farbton appliziert. Beide Materialien werden wieder leicht verdünnt und mit der kurzflorigen Mikrofaserwalze in derselben Manier wie die Kupfermetallicfarbe aufgebracht. Unmittelbar nach dem Auftrag der beiden Beschichtungen trägt man die nasse Farbschicht mit einem Viskose-Schwamm oder einem Gummi-Reibebrett von den erhabenen Stellen ab. Bei diesem Arbeitsschritt kann der Verarbeiter seine Handschrift am deutlichsten hinterlassen und das Ergebnis der Wandgestaltung beeinflussen. Sowohl die Art und Weise des Abtragens als auch der ausgeübte Druck bzw. der Anstellwinkel des Werkzeugs wirken sich auf das Erscheinungsbild aus. Mit einem Viskose-Schwamm ist es beispielsweise möglich, eine eher gleichmäßige Fläche zu erstellen. Ein Gummi-Reibebrett hingegen wird zur Abzeichnung einzelner Bahnen führen – ein Effekt, der für die Patina-Technik gewünscht ist. Denn schließlich können so die typischen, flächigen Abläufer, wie sie bei realer Bewitterung entstehen, imitiert werden.

Vielfältige Designs

Die Rakeltechnik kann, wie eingangs schon erwähnt, generell auf jeder Strukturtapete angewendet werden. Die angebotenen Muster sind vielfältig: Trendige Grafiken, Retro-Style, klassische Muster und florale Elemente sind genauso erhältlich wie (kleinteilige) All-over-Dessins und textile Muster. Durch die gewählte Farbigkeit kann die Stilrichtung noch unterstrichen werden: Pastelltöne, kräftige Trendfarben, Metallicfarben oder Lasuren stehen zur Auswahl. In der Kombination ergeben sich unzählige Möglichkeiten – die ganz individuell auf den jeweiligen Kundenwunsch abgestimmt werden können.

Verarbeitungsvideo zur Rakeltechnik:
www.malerblatt.de


Auf die grundierte Strukturtapete wird eine Kupferfarbe mit der kurzflorigen Mikrofaserwalze kreuz und quer vollflächig aufgebracht.

Foto: Brillux

Auf die getrocknete Kupferbeschichtung trägt man, ebenfalls mit der kurzflorigen Rolle, eine transparente Dekolasur richtungslos auf.

Foto: Brillux

Unmittelbar danach wird – nass in Nass – eine Metallicfarbe in einem hellen Türkis-Farbton richtungslos mit der Rolle appliziert.

Foto: Brillux

Sofort im Anschluss trägt man die nasse Farbschicht mit einem Viskose-Schwamm oder einem Gummi-
Reibebrett von den erhabenen Stellen ab.

Foto: Brillux

PraxisPlus

Neben dem für die Rakeltechnik eingesetzten „Relief XL“ sind die Wandbeläge der Brillux Relief-Kollektion in zwei weiteren Qualitäten erhältlich: „Relief S“ überzeugt mit einem prägnanteren Strukturschaum sowie einem schweren, griffigen Vliesträger mit hoher Untergrundabdeckung und hohem Weißgrad. Für besonders strapazierfähige Oberflächen wurde mit „Relief R“ eine extrem robuste Variante geschaffen. Insgesamt 56 Dessins decken alle Stilrichtungen ab – von klassischen, zurückhaltenden Strukturen bis hin zu angesagten Ornamenten. Die gesamte Kollektion entspricht den strengsten Kriterien hinsichtlich Emissionsverhalten, Ökologie und gesundheitlicher Bewertung. Das belegt auch die zusätzliche Zertifizierung durch das europäische Prüfsiegel „eurofins Indoor Air Comfort GOLD“. Weitere Informationen zur Relief-Kollektion:

www.brillux.de/relief