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In edlem Glanze

Gebäudehülle & Innenraum
In edlem Glanze

Metallische Wandgestaltungen verleihen Räumen Extravaganz und Modernität. Dabei lassen sich die aufsehenerregenden Oberflächentechniken mit ein paar wenigen Materialien und ohne großen Aufwand an die Wand bringen.

Autor: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Brillux

Kreative Wandgestaltungen erfahren in Zeiten, in denen Individualität und Exklusivität groß geschrieben werden, eine wachsende Nachfrage. Und noch etwas trägt zur Renaissance kreativer Oberflächentechniken bei: Während sich derartige Wandgestaltungen aufgrund ihre aufwendigen und somit kostspieligen Verarbeitung über viele Jahre nur ein kleiner Kundenkreis leisten konnte, sind sie heute für eine breitere Klientel erschwinglich. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz moderner Kreativprodukte, die in wenigen Arbeitsschritten rationell appliziert werden können. Die Ergebnisse sind deshalb aber keineswegs weniger individuell.

Metallisch glänzend

Neben mineralischen Oberflächen sind derzeit metallisch glänzende Wand- und Deckenflächen besonders beliebt. Sie vermitteln eine ganz besonders exklusive Atmosphäre. Je nach Farbtonwahl und Auftragsweise wirken sie sehr edel – oder aber sie schillern fröhlich oder glitzern geheimnisvoll.

Im Folgenden zeigen wir, wie sich mit nur drei metallischen Kreativprodukten zehn verschiedene Oberflächentechniken erstellen lassen. Alle diese Techniken haben eines gemeinsam: sie sind in höchstens vier Arbeitsschritten fertiggestellt. Folgende Produkte kommen zum Einsatz:

  • Eine Metallic-Effektspachtelmasse („Creativ Metallico 76“ von Brillux).
  • eine Deko-Effektfarbe mit metallischer Oberflächenoptik („Creativ Lucento 83“ von Brillux). Dieser kann ein rein mineralischer, transluzenter Effektzusatz zugegeben werden, um eine dreidimensionale Tiefenwirkung zu erzielen („Creativ Cristallo 183“ von Brillux).
  • Eine sogenannte „Samteffekt-Spachtelmasse“ mit feinen Metalleffektpigmenten („Creativ Tenero 84“ von Brillux).

Alle drei Produkte sind wasserbasiert und auf Acrylat-Basis. Sie sind in zahlreichen gold- und silberbasierten Farbtönen erhältlich.

Gespachtelt, gebürstet oder knittrig

Eine Spachtelmasse muss nicht zwangsläufig aufgespachtelt werden. Wesentlich einfacher und schneller lässt sich die Metallic-Spachtelmasse mit der Rolle an die Wand bringen. Der Hersteller des Produkts empfiehlt, es in mittlerer Schichtstärke aufzurollen. Für die „Staccato“ genannte Verarbeitungstechnik wird die gleichmäßig aufgerollte und mit der Farbwalze bereits kreuz und quer nachverschlichtete Spachtelmasse mithilfe einer speziellen Effektkelle ohne Druck in kurzen Schlägen kreuz und quer geglättet. Die zweite aufgerollte Schicht wird nach kurzer Ablüftzeit in kreisenden Bewegungen mit der Effektkelle schlierenartig strukturiert. Diese Struktur lässt die Metallic-Spachtelmasse aus jedem Blickwinkel anders glänzen und changieren.

Anstatt die aufgerollte Spachtelmasse zu glätten, kann diese ebenso gut mit einem Dekowischer – einer speziellen Bürste – verschlichtet werden. Bei der Technik „Cambiato“ entsteht eine Oberfläche, die durch ihren sehr dezenten Glanz besticht. Um einen leicht plastischen Effekt zu erzielen, sollten zwei Dekogänge aufgebracht werden.

Bei der dritten Ausführungsvariante („Particolare“) erfolgt die abschließende Strukturierung der Fläche durch das Einlegen und Abziehen einer Folie in die frisch aufgetragene Metallic-Spachtelmasse. Dabei entsteht eine dezent strukturierte, knitterartige Oberfläche. Dieser Effekt hat eine sehr zurückhaltende Wirkung und tritt erst bei Betrachtung im Streiflicht in Erscheinung – perfekt geeignet für die Gestaltung besonders edler Rauminszenierungen.

Mit oder ohne Richtung

Die Ausführungstechnik „Casino“ beschreibt die Standardanwendung für die Metallic-Effektfarbe. Die Ausführung erinnert an einen gewolkte Lasurtechnik. Der erste Materialauftrag erfolgt ohne Einhaltung einer Rollrichtung mit der Microfaser-Farbwalze. Für den zweiten Materialauftrag wird der Effektfarbe ein rein mineralischer, transluzenter Effektzusatz beigemischt. Mit der Streichbürste werden in lockerer Verteilung zunächst Batzen auf der Wand gesetzt und diese anschließend flächig vertrieben. Optional kann die Beschichtung nach kurzer Ablüftzeit zusätzlich mit einer Flächenstreichbürste verschlichtet werden. Hierdurch wird ein offenes Strukturbild erzielt.

Wem dieser Effekt nicht spektakulär genug ist, der kann metallische Effekte mit gezielten Richtungsverläufen kombinieren: In der Ausführung als Metallstrukturtechnik „Traverso“ lassen sich solche Richtungsverläufe sehr gut darstellen. Die Ausrichtung kann horizontal, vertikal oder diagonal erfolgen – je nach Wunsch und Vorstellungen des Auftraggebers oder angepasst an die baulichen Gegebenheiten. Die Ausführung entspricht der von „Casino“, lediglich mit dem Unterschied, dass der zweite Auftrag in eine Richtung verschlichtet wird.

Samtig edel oder rostig

Durch ihren zurückhaltenden, edlen Glanz ist die Samteffekttechnik ideal auch für die großflächige Wandgestaltung geeignet. Überall da, wo hochwertige, glatte Oberflächen mit dezentem metallischen Glanz gewünscht sind, ist die Ausführungstechnik „Serico“ bestens geeignet. Die Samteffekt-Spachtelmasse wird in dieser Standardausführung in zwei Dekogängen auf einen vorbereiteten glatten Untergrund aufgetragen und geglättet. Hierdurch entsteht eine ganz besondere, samtartige changierende Optik. Die glatte Oberfläche wirkt durch den seidenmatten Samteffekt besonders edel.

Wer einen dynamischeren Effekt wünscht, der sollte die Samteffekttechnik „Venatura“ in Erwägung ziehen. Zwei aufeinander abgestimmte Farbtöne werden nass in nass miteinander verarbeitet und wolkig verlaufend verspachtelt. Der Spachtelvorgang erfolgt je nach Wunsch richtungsbezogen oder

kreuz und quer. In der Regel werden entweder zwei intensive Farbtöne oder zwei Pastellfarbtöne miteinander kombiniert. Je nach Farbtonauswahl können sehr lebhafte „wilde“ Effekte und extravagante Oberflächen erzielt werden.

An Rostoptiken führt derzeit kein Weg vorbei. Mit der Samteffekt-Spachtelmasse in rosttypischen Farbtönen und unter Zuhilfenahme einer Lasur lassen sich rostige Oberflächen erstellen – egal ob gleichmäßig korrodiert oder stark akzentuiert. Um eine gleichmäßige, leicht korrodierte Stahloberfläche abzubilden, wird eine Schicht Samteffekt-Spachtelmasse mit der venezianischen Glättkelle gleichmäßig und ohne Fehlstellen in eine Richtung aufgezogen. Nun wird eine matte Dispersionslasur, getönt im abgestimmten Rostfarbton, mit einer Mikrofaser-Farbwalze aufgetragen und direkt nass in nass – je nach Gusto kreuz und quer oder richtungsbezogen – verschlichtet. Danach rollt man den noch feuchten Farbfilm mit einer trockenen Mikrofaser-Farbwalze mehrfach nach, bis ein feines Oberflächenbild entsteht. Für eine gleichmäßige, ansatzfreie Ausführung, insbesondere bei großen, zusammenhängenden Flächen, ist es ratsam eine farblose, leicht verdünnte Lasur vorzustreichen. Der Verzicht auf das farblose „Vorlegen“ führt in der Farbgebung zu einem deutlich intensiveren und lebhafteren Oberflächenbild.

Für Rostoptiken im Vintage-Look, wie sie für den derzeit hoch im Kurs stehenden Industrial Style typisch sind, müssen dagegen ganz bewusst Akzente gesetzt werden. Zunächst erfolgt auch ein Auftrag der Samteffekt-Spachtelmasse – allerdings bewusst ungleichmäßig und mit einzelnen Fehlstellen. Nach ausreichender Trocknung wird eine Lasur im abgestimmten Rostton mit der Mikrofaser-Farbwalze ebenfalls ungleichmäßig aufgerollt und verschlichtet. Auf diese Lasur folgt ein weiterer, dieses Mal allerdings sehr dünnschichtiger Auftrag der Samteffekt-Spachtelmasse. Die vorherigen Arbeitsschritte dürfen – oder besser gesagt sollen – durchscheinen. Dafür zeiht man das Material an einzelnen Stellen fast auf Null ab. Bewusst gesetzte Fehlstellen in der Spachtelung beleben die Fläche zusätzlich. Sollen besonders raue Oberflächeneffekte erzielt werden, kann die noch feuchte Spachtelung mit einer Schaumstoff-Strukturwalze bearbeitet werden. Abschließend erfolgt ein weiterer Lasurauftrag im Rostfarbton, der mit der Mikrofaser-Farbwalze verschlichtet wird.

Apropos Vintage: Auch auf vorhandenen Strukturtapeten lässt sich – ganz im Sinne des Upcyclings – mithilfe von Metallic-Effektfarbe schnell eine trendige Wandgestaltung erstellen. Dazu wird die im gewünschten Farbton vorgestrichene Tapete mit Metallic-Effektfarbe überrollt. Unmittelbar nach dem Aufrollen wird die Effektfarbe wieder abgerakelt, sodass die Metallic-Effekte nur in den Vertiefungen stehen bleiben. Simpel, aber durchaus wirkungsvoll!

Zu einigen der Techniken gibt es
Verarbeitungsvideos auf:
bit.ly/2AXxoQf


PraxisPlus

Erfolgreiche Kundenansprache

Um Betriebe bei der Kundenwerbung für metallische Wandgestaltungen zu unterstützen, bietet Brillux ein neu entwickeltes Creativ-Themenheft an. Das zwölfseitige Heft im auffälligen Sonderformat ist bewusst im zeitgemäßen Magazin-Look gestaltet. Ein bildbetontes Layout inspiriert ebenso emotional wie die Texte, die eine durchgängige Story erzählen: Eine Produktdesignerin nimmt die Leser mit auf eine Reise durch ganz Europa. Sie zeigt, wie Menschen in Berlin, Skandinavien, England und in der Toskana wohnen und metallische Wandgestaltungen landestypisch interpretieren und kombinieren. Die Metallic-Ausgabe bildet den Auftakt zu einer Reihe: Das nächste Creativ-Themenheft wird „Mineralische Wandgestaltung“ aufgreifen – Stichwort Betonoptik – und damit eine weitere aktuelle und beliebte Designvariante in Szene setzen. Die Creativ-Themenhefte sind für die persönliche Kundenberatung sowie für den Einsatz auf Messen und Veranstaltungen geeignet. Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten zum Creativ Themenheft gibt es hier:

www.brillux.de/werbemittelshop



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