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Kreatives Bodennetzwerk

Konnektivität ist ein Trend unserer Zeit. Das Prinzip der Vernetzung dominiert den gesellschaftlichen Wandel und digitale Kommunikationstechnologien verändern unser Leben grundlegend. Auf der diesjährigen Domotex widmeten Hersteller, Künstler und Studenten sich diesem Thema in Bezug auf Boden und Bodengestaltung.

Autorin | Fotos: Bärbel Bosch

Laufen im Hamsterrad, Abtauchen in virtuelle Welten, Wellenreiten auf Nadelvies, Schaukeln als Date und Spuren im Sand verfolgen – das alles und noch viel mehr konnten Besucher auf der Domotex, Messe für Teppiche und Bodenbeläge, in Hannover erleben. Das Motto der Messe lautete Create’n’connect, dahinter steckt die Geschichte vom Erschaffen und Vernetzen. Kreativität, Inspiration und vielschichtige Betrachtungsweisen erzeugen kraftvolle Impulse, die Projekte benötigen. Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht neben der unmittelbaren Begegnung die Verbindung mit Menschen auf der ganzen Welt rund um die Uhr.

Auf der Sonderfläche „Framing Trends“ befassten sich drei Module mit diesem Leitthema. In den „Flooring Spaces“ konnten Aussteller und Unternehmen der Fußbodenbranche ihre kreativen Ideen darstellen, um sich mit Besuchern zu vernetzen und als Trendsetter hervorzuheben. Unter der Bezeichnung „NuThinkers“ zeigen Studentinnen und Studenten ihre innovativen Konzepte zum Megatrend der Konnektivität. Das Modul „Art & Interaction“ stellt Installationen aus Kunst und Design vor, die das Leitthema spielerisch aufbereiten und sinnlich erlebbar machen.

Trend Individualität

Ein Expertengremium entschied, welche Unternehmen ihre Inszenierungen zum Leitthema auf der Sonderfläche präsentieren. Den Vorsitz der Fachjury übernahm auch in diesem Jahr der international bekannte Architekt Peter Ippolito vom Büro Ippolito Fleitz Group aus Stuttgart. Neben Ippolito gehörten der Jury wieder Susanne Schmidhuber, Schmidhuber, München sowie Dr. Susanne Kaufmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Staatsgalerie Stuttgart an. Das Leitthema Create’n’connect findet Peter Ippolito reizvoll als Gegenposition zum Thema des letzten Jahres, als es um den Megatrend der Individualität ging: Jeder schafft sich sein eigenes Universum. „Auf der anderen Seite merkt man, dass es in der Gesellschaft eine Suche nach Gemeinschaft und Zusammenhalt gibt, nach Werten und auch wieder nach Grenzen, weil die Welt so grenzenlos geworden ist.“ Das Thema Konnektivität – was verbindet uns mit welchen Wertmaßstäben – sei ein ganz spannendes, wenn man es in den Raum übersetzt, so Peter Ippolito. „Aus innenarchitektonischer Sicht ist Boden immer ein Medium, das Raum schaffen, verbinden und erweitern kann.“

Das aus farbigen Glasfacetten zusammengesetzte „Connectivity Wheel“ von Schmidhuber lud die Messegäste dazu ein, in das riesige (Hamster)-Rad einzusteigen und es durch Schritte selbst in Bewegung zu bringen. So entstanden bunte Lichtreflexe auf den umliegenden Bodenbelägen von Carpet Concept – Licht und Material zu verbinden wurde zum Besuchererlebnis.

Zu den von der Jury ausgewählten Projekten gehörte das Dating Spiel „A Match!“. Sarah Busching von der Hochschule Wismar macht mit ihrem Konzept den Trend der Konnektivität unter dem technologischen Aspekt sichtbar. Auf einer gemeinsamen Standfläche, aber durch eine Wand getrennt, versuchen zwei Personen im Gleichtakt zu schaukeln. Nur bei parallelem Schaukeln wird eine Videoübertragung beider Personen sichtbar. Zudem steht das Exponat durch die interaktive Verbindung von Mensch zu Mensch über eine Maschine und die anschließende Datenverarbeitung augenzwinkernd für das Menschenkarussell Tinder.

Das Leitthema der Verbundenheit und der Trend der Digitalisierung zeigen sich bei vielen Produkten und Dienstleitungen innovativer Hersteller und Marken eng verknüpft mit Themen wie Individualisierung, Natürlichkeit und Nachhaltigkeit. Sei es in Form eines Teppichbodens, der mit frei wählbaren Motiven und ausgefallenen grafischen Effekten per Digitaldruck gestaltet werden kann wie etwa „Unique Territoire“ von Balsan oder einer Produktserie pure von Girloon, die durch digital bedruckte Schlingenkonstruktionen in brillanter Farbwiedergabe und erstaunlicher Schärfe erweitert wurde.

Hol- und Laminatböden

Bei Holz und Laminatfussböden ist das Fischgrätmuster großes Thema. Neben eleganten, massiven Holzböden mit Anklang an historische Vorbilder, die aber breiter und damit einfacher zu verlegen sind, wird das Fischgrätmuster optisch neu interpretiert. Etwa in sehr kontrastreichen Kombinationen. Auch bei den Laminaten gibt es eine reiche Auswahl an hochwertig gefertigten Fischgrätböden. Darüber hinaus liegen Hölzer und Holzoptiken mit einer auffallend lebendigen Maserung oder mit deutlichen Gebrauchsspuren im Trend, die den einzigartigen Charme dieser Used-Look-Oberflächen ausmachen. Wie bei allen Produktgruppen, begeistert auch bei den Holzböden die unerschöpfliche Vielfalt an Farben, Formaten und Formen, die einen individuellen Mustermix möglich machen – ganz nach persönlichem Geschmack. In Form von kleinen Ornamenten oder großflächigen Mustern spielen Geometrie und grafische Gestaltung derzeit eine wesentliche Rolle auf dem Boden. Natürlichkeit und Nachhaltigkeit stehen in unterschiedlichsten Produktgruppen im Mittelpunkt. Produkte mit Mustern und Haptik nach dem Vorbild der Natur wie „Cork Wood Wise“ von Amorim ergänzen das Angebot.

Intelligente Produkte

Bei den Anwendungs- und Verlegetechniken gehörten arbeitserleichternde und intelligente Produkte zu den Highlights wie die Xtra-Linie von Mapei oder die neue Spachtelmasse Uzin NC 111 Bicolor von Uzin Utz.

Für die Bodengestaltung ist der Trend der „Vernetzung“ von großer Bedeutung. Der Boden ist Designelement, er inspiriert uns, gibt uns Orientierung – und verbindet uns miteinander. „Der Boden ist die Bühne jeden Interiors,“ sagt der international renommierte Designer Sebastian Herkner. „Zusammen mit den Wänden gibt er den Rahmen und Basis für die Innenarchitektur. Seine Materialwahl beeinflusst die Art und Weise, wie wir im Raum leben und kommunizieren.“

Weitere Fotos:
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