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Ausbildungsstart und Probezeit

Ausbildungsstart und Probezeit
Fünf Tipps für den optimalen Einstieg

Wie gelingt ein Ausbildungsverhältnis für die Auszubildenden und für den Betrieb? Schon zu Beginn der Ausbildung wird der Ton gesetzt. Ausbildungsverantwortliche können hier mit konkreten Maßnahmen die Weichen auf Erfolg stellen – etwa mithilfe der fünf wichtigsten Tipps aus dem Training „Die Probezeit gestalten“ der Brillux Akademie.
Handwerksbetriebe suchen nicht nur irgendwelche Azubis, sondern solche, die sich gut entwickeln und vor allem auch bei der Stange bleiben. Doch gerade die hohe Abbrecherquote macht den Betrieben Kopfzerbrechen. Die Quote liegt laut einer Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (2018) bei rund 40 Prozent. Ausbildern wie Eckhard Pohlmann vom Malereibetrieb Hubert Jürgens GmbH & Co. aus Hamburg macht das natürlich Sorgen: „Wird der Vertrag im zweiten Ausbildungsjahr oder sogar noch später aufgelöst, hat die Ausbildung den Betrieb schon jede Menge Geld und den Azubi jede Menge Zeit gekostet“, bringt der Malermeister die Problematik auf den Punkt. Lösungen werden also dringend gesucht. Zusammen mit elf weiteren Ausbildern aus Maler- und Stuckateurbetrieben hat der 52-Jährige deshalb im Februar 2020 am zweitägigen Training „Die Probezeit gestalten“ teilgenommen. Das Training ist eines von drei Modulen des Brillux Qualifizierungsprogramms für Ausbilder, mit dem die Wertigkeit der Ausbildung ebenso erhöht werden soll wie die Bindung von Azubis an den Betrieb.

Tipps für den erfolgreichen Ausbildungsstart

Die beiden entscheidenden Zeiträume zu Beginn der Ausbildung sind die ersten Ausbildungstage und die gesamte Probezeit. Coach Alexandra Stierle erarbeitet im Training mit den Teilnehmern praxisnahe Maßnahmen von Organisation bis Kommunikation, mit denen sich beste Voraussetzungen für einen beiderseitigen erfolgreichen Ausbildungsstart schaffen lassen. Die folgenden fünf Tipps sind dem Training entnommen.

Tipp 1: eine positive Atmosphäre schaffen

Was erwartet mich im Betrieb? Werde ich hoffentlich nichts falsch machen? Werden die Kollegen und der Chef mich mögen? Das sind nur drei von vielen weiteren Fragen, die dem einen oder anderen Azubi vor Ausbildungsstart durch den Kopf schießen. Nehmen Sie den jungen Leuten etwas von ihrer Aufregung und lassen Sie sie positiv gestimmt im Betrieb ankommen. Dazu gehört beispielsweise, den Azubis rechtzeitig vor dem ersten Ausbildungstag mitzuteilen, was sie am ersten Tag erwartet, wann es losgeht und was sie mitbringen sollten. Das gibt bereits Sicherheit. Achten Sie außerdem in den ersten Tagen und Wochen generell darauf, positive Erlebnisse für die jungen Leute zu schaffen.

Tipp 2: Orientierung bieten

Nur mit klaren Leitplanken finden beide Seiten den Weg. Klären Sie deshalb bereits an den ersten Tagen die Erwartungshaltung an die Ausbildung und die Auszubildenden. So kann sich der Nachwuchs gleich zu Beginn verdeutlichen, wohin es gehen soll und worauf Wert gelegt wird. Orientierung und Halt gibt auch ein Gegenüber im Betrieb, der nah an den Azubis ist. Nominieren Sie deshalb eine bestimmte Person aus dem zweiten oder dritten Ausbildungsjahr als zusätzlichen Ansprechpartner.

Tipp 3: Überforderung vermeiden

Sehen die Azubis den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, steigt die Frustration und die Motivation sinkt. Beugen Sie dieser Überforderung vor. Viele Azubis müssen erst den Übergang von der Schule in den Beruf schaffen. Am besten gelingt ihnen dies, wenn sie überschaubare Aufgaben erhalten. Schaffen Sie daher kleine Arbeits- und Lerneinheiten. Gleichzeitig können Sie das Selbstbewusstsein der jungen Leute stärken, indem Sie sie experimentieren und eigene Erfahrungen sammeln lassen.

Tipp 4: regelmäßig Rückmeldung geben und einholen

Lernerfolg und beiderseitige Zufriedenheit lassen sich nur steuern, wenn man miteinander spricht – und das in kurzen Abständen. Geben Sie deshalb regelmäßiges, direktes Feedback. Wo steht der jeweilige Azubi? Was fehlt ihm oder ihr noch? Und an welchen Stellen können Sie als Ausbilder mehr unterstützen? Suchen Sie auch das Gespräch mit Ihren Azubis und lassen Sie sie ausreden. Hören Sie aktiv zu, erkennen Sie deren Bedürfnisse und entwickeln Sie dazu konkrete Maßnahmen.

Tipp 5: fördern und fordern

Wie jeder Mensch bringen auch Azubis Stärken und Schwächen mit. Stärken Sie die Stärken Ihrer Azubis durch entsprechende Aufgaben und Lob: Das schafft Selbstvertrauen. Bei persönlichen Schwachpunkten brauchen Ihre Azubis Ihre Unterstützung – jedoch auch den Appell durch Sie als Führungskraft, daran schrittweise zu arbeiten. Fördern und fordern ist eines der wichtigsten Prinzipien bei der Azubi-Entwicklung.

Austausch unter Ausbildern

Im Brillux Ausbilderseminar können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen nicht nur ausbauen und an praktischen Beispielen trainieren. „Ganz wichtig war für mich der Austausch mit den anderen Ausbildern“, berichtet Eckhard Pohlmann. Dem Hamburger war zwar klar, dass man die Anfangsphase und Probezeit einer Ausbildung besser gestalten könne. „Doch von den Kollegen zu hören, wie sie es in ihrem Betrieb handhaben und welche Erfahrungen sie gemacht haben, hat mich bereichert.“
Sie wollen mehr zum Ausbildertraining an der Brillux Akademie erfahren? Informieren Sie sich hier: www.brillux.de/ausbildertraining

Das Seminar hat vor der Corona-Pandemie stattgefunden. Im Jahr 2020 führt die Brillux Akademie keine Präsenzseminare mehr durch. Während dieser Zeit steht jedoch auch weiterhin das umfangreiche Lernprogramm in der Brillux Lernwelt zur Verfügung. Ob Online-Kurse, Praxistipps per Video, Fachbegriffe-Trainings oder die simpleclub-Lernvideos: In der Brillux Lernwelt haben Betriebe jederzeit die Möglichkeit, ihre Weiterbildung flexibel und selbstgesteuert zu organisieren.

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