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Nahtbereich: Verarbeitungstipps für Glasvliese

Frage des Monats
Wie tapeziere ich ein Glasvlies richtig?

Bei einem Projekt traten bei der Verarbeitung von Glasvliesen mit wasserbasiertem Kleister Probleme im Nahtbereich auf. Hier erklären wir, worauf bei der Verarbeitung dieser Vliese besonders zu achten ist.

Glasfaservliese und/oder Cellulosevliese gehören zu den Klassikern glatter Wandgestaltung im Innenbereich. Doch auch erfahrene Maler sind manchmal unsicher, wenn es um die richtige Verarbeitungsweise geht.

Selbstverständlich gibt es seitens der Vlieshersteller und des vertreibenden Handels jede Menge Verarbeitungshilfen und Vorgaben. Dennoch gibt es hin und wieder Schwierigkeiten, die dann an die anwendungstechnische Abteilung herangetragen werden. Hier versuchen wir praxisgerecht, die vorhandene Problemstellung nachzuvollziehen und einen Lösungsvorschlag anzubieten.

Bei diesem Fall, einem größeren Objekt, traten nach der Verarbeitung eines pigmentierten Glasvlies mit wasseraktivierbarem Kleber Probleme im Nahtbereich auf. Die Nähte waren zum Teil sichtbar, der Verarbeiter konnte sich das nicht erklären.

Glasvliese verarbeiten: Gewusst wie

Aqua Maler-Glasvliese werden durch ein Wasserbad (Tapezierwanne) gezogen, der rückseitige Kleister wird aktiviert, dann kann tapeziert werden. Die notwendigen Untergrundvorbereitungen sind als bekannt vorauszusetzen. Doch wie arbeitet man im Nahtbereich? Einige schwören auf den Doppelnahtschnitt, manche auf den wellenförmigen Doppelnahtschnitt mit einem Gleitfußmesser oder Cuttermesser, andere stoßen die Nähte einfach zusammen. Da wir als Hersteller gewährleisten, dass unsere Produkte ihrer Spezifikation entsprechen und somit sach- und fachgerecht verarbeitet werden können, haben wir mit dem Baustellenmaterial verschiedene Tests durchgeführt. Vorbereitete Gipskartonflächen wurden mit dem Baustellenmaterial (ZERO ZA 08) inkl. Naht tapeziert. Dabei haben wir Nähte im wellenförmigen Doppelnahtschnitt (Variante Cuttermesser) sowie auf Stoß ausgebildet.

Auffällig war, dass es bei der wellenförmigen Variante (Baustelle) mit dem Cuttermesser sehr schwierig ist, beide Vliesschichten im 90° Winkel so zu durchtrennen, dass die beiden Gewebeseiten eine notwendige Ebene bilden. Das bedeutet, dass durch den Schnittwinkel aber auch durch Verletzungen des Untergrunds zum Teil die Naht leicht geöffnet wird, hochsteht oder sogar überlappen kann. Somit ist es schwierig, selbst bei zwei Anstrichen, solche Nähte wegzustreichen! Wenn denn überhaupt zweimal gestrichen wird …

Anders verhielt es sich bei der gestoßenen Naht; die Produktion der Vliese ist mittlerweile so gut, dass derartige Glasvliese auf Stoß geklebt werden können. Bei unserem Test war die Naht schon nach dem ersten Anstrich nicht mehr zu sehen. Auch andere Testungen haben gezeigt, dass das Tapezieren von Marken-Glasvliesen auf Stoß möglich ist.

Im o.g. Fall ist jedoch aufgefallen, dass der Untergrund (ca. Q3 gespachtelt und grundiert) teilweise glänzend war! Allgemein ist es so, dass Grundierungen, gerade die in wässriger Form, nicht glänzend stehen bleiben sollten. Der Untergrund ist dadurch übersättigt und der Kleister benötigt viel länger zum trocknen. Dadurch besteht das Risiko, dass vorher zusammengeschobene Nähte bei Glasvliesen wieder auseinander gehen können. Erfahrungen haben gezeigt, dass solche Untergrundvorbehandlungen (abweichend von den Angaben des Technischen Merkblattes) immer risikoreich sind und in Eigenverantwortung geschehen. Deshalb ist es nach wie vor wichtig, den Untergrund so vorzubereiten, dass ein sachgerechtes Verarbeiten des Materials möglich ist. Dann ist der Erfolg sicher!

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