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Nachfolge in der Familie

Betrieb & Markt
Nachfolge in der Familie

Jochen Müller
Was ist bei der Fortführung des Betriebes durch Familienmitglieder ideal und wünschenswert. Manchmal lassen sich vermeintliche Schwierigkeiten jedoch für alle Beteiligten lösen.

Jochen Müller

Der Betrieb floriert, die Eltern gehen auf den Ruhestand zu und für mich stellt sich die Frage: in die volle Verantwortung einsteigen oder nicht. Der sehnlichste Wunsch der Eltern wäre es. Fachlich bin ich dem Betrieb lange verbunden, habe die entsprechende Ausbildung und mittlerweile auch einige Berufserfahrung. Aber kann und will ich wirklich die Verantwortung übernehmen? Schließlich will ich mich nicht auf ein Vabanque-Spiel einlassen und meine eigene Existenz und die meiner Familie aufs Spiel setzen.
Erfahrung mit den Eltern: Oft ein 12- Stunden-Tag, abends nach der Arbeit noch schnell Angebote schreiben, Probleme mit den Mitarbeitern klären, überlegen, wie das eigene Geschäft noch mehr ins Spiel zu bringen ist. Samstags, wenn Freunde oder die Familie etwas unternehmen, zu Hause bleiben und etwas für den Betrieb tun, Sorge, plötzlich ausgeschlossen zu sein. Wird meine Familie da mitspielen? Will und kann ich das?
Kann ich mich über Erfolge freuen, ohne jedoch das Ganze aus dem Blick zu verlieren?
Wie gehe ich mit Misserfolgen und Enttäuschungen um?
Da ist ein wichtiger Auftrag nicht gekommen. Enttäuschung pur, Resignation „Warum gerade wir“ oder: Ansporn „Was ist künftig anders/besser zu machen?“ Kann ich in Alternativen denken: „Was tue ich, wenn…? Welche anderen Möglichkeiten sehe ich?“
Kann ich persönliche Reserven mobilisieren: Auftrag verloren, aber die Erfahrung sagt mir, es kommen dafür andere. Oder: Auftrag gewonnen, aber zum unpassenden Zeitpunkt, wo sowieso alle schon völlig überbeschäftigt sind. Wie leicht oder schwer fällt es mir, bei Problemen oder gar Krisen auf die anderen zuzugehen, um zusammen eine Lösung zu finden?
Die eigene Motivation ist entscheidend. Was würde mich bewegen, den Betrieb zu übernehmen?
Fremdmotivation: Den – oft unausgesprochenen – Erwartungen des Umfeldes nachgeben? Dann ist die Frage, wie lange diese Motivation die notwendige Energie für die Führung des Betriebes liefern kann. Dass diese Motivation sich zur Eigenmotivation entwickeln kann, aber nicht muss, macht die Entscheidung auch nicht einfacher.
Eigenmotivation: Lieber kleiner Herr als großer Knecht? Freude am Entwickeln, Gestalten, etwas Voranbringen, Leistungen mit eigenen Ideen versehen und zusammen mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Kollegen verwirklichen. Selbstvertrauen – nicht nur aus guten Zeugnissen, sondern gespeist aus Erfahrungen im bisherigen Leben, z.B. erfahrene Fähigkeit, andere zum Mitmachen zu gewinnen oder von etwas zu überzeugen. Welche Erfahrungen aus meinem bisherigen Leben sagen mir, dass ich in unvorhergesehenen Situationen nicht nur die Nerven behalte, sondern auch Auswege finden kann?
Was sind überhaupt die Fragen, die ich mir stellen muss? Wo kriege ich die notwendigen Informationen her? Ich habe zwar einen Steuerberater, Freunde, Kollegen, Familie, mit denen ich sprechen kann, aber wie kompetent sind diese und wie ehrlich zu mir? Ein neutrales und mittlerweile in einer Handwerksversion im Netz stehendes Online-Instrument www.samexis.de/Handwerk kann da eine gute Hilfe sein.

praxisplus

Die Ideallösung „Nachfolge in der Familie“ erfordert ein gutes Maß an Selbstprüfung in der Folgegeneration, um Flops zu vermeiden. Hinweise, worauf es bei gut geführten Handwerksbetrieben ankommt, samt Handlungsempfehlungen mit Prioritäten finden sich in der neu im Netz stehenden Handwerks-Version des Online-Tools Samexis. Der Autor hat bei der Entwicklung dieses Tools maßgeblich mitgewirkt.
Jochen Müller
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