Vergoldung

Alter Rahmen neu vergoldet

Nach fast 150 Jahren befand sich der vergoldete Rahmen in einem desolaten Zustand. Jetzt wurde das außergewöhnliche Stück neu vergoldet und patiniert. Bald ist es wieder in einer Ausstellung eines Museums in Whanganui, Neuseeland, zu bewundern.

Autorin: Evelyn Becker| Fotos: Pauline Schöner

Ganze 80 Jahre war das Kunstwerk „Flight into Egypt“ konstanter Bestandteil der Ausstellung der Sarjeant Gallery in Neuseeland. Das Gemäldes und der dazugehörige Rahmen befanden sich in einem relativ schlechten Zustand und benötigte dringend konservatorische und restauratorische Eingriffe. Im Jahr 2010 wurde am Gemälde durch zwei Restauratoren der Auckland Art Gallery eine Notrestaurierung in situ durchgeführt.

Das Grundmaterial ist Kiefer- und Fichtenholz, auf dem ein traditioneller Kreidegrundaufbau ausgeführt wurde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Ornamentik durch das Aufleimen von in Modeln gepresster Vergoldermasse (Kreide-Leim-Gemenge) entstanden ist. Es erfolgte ein anschließender Polimentauftrag in Gelb und Rot. Auf diesem Poliment wurde offensichtlich in zwei verschiedenen Techniken vergoldet, der Polimentvergoldung und der Ölvergoldung.

Reinigung

2015 begannen die ersten Restaurierungsarbeiten an dem Rahmen. Zunächst wurden lose Bereiche anhand von Zellulosepapier notgesichert. Im Jahr 2017 begann die Restaurierungsmaßnahme mit der vorsichtigen Reinigung der Goldoberfläche mittels spezieller Schwämme, Wattestäbchen, demineralisiertem Wasser und sanfter Tenside.

Anschließend wurden aufstehende Bereiche durch leichte Dampfeinwirkung geschmeidig gemacht, mit Glutinleim hinterfüllt und mithilfe von Hostaphanfolie als schützende Zwischenlage und Heizspatel niedergelegt. Ausgebrochene Stellen wurden ebenfalls mittels Glutinleim gefestigt. Um die Ornamentik der Fehlstellen nachzuempfinden, erstellten die zuständigen Restauratoren aus den vorhandenen Strukturen Negativformen aus Silikonmasse. Anhand dieser Formen konnten Positive aus Leim-Kreide-Masse gedrückt und in die fehlenden Bereiche eingefügt werden. Kleinere Fehlstellen wurden mit Kreidekitt verkittet und geschliffen. Nach Beendung der Maßnahme soll das Gemälde mitsamt dem Rahmen wieder in der Dauerausstellung der Sarjeant Gallery zu sehen sein.

Festigen und Kreidegrundieren der Fehlstelle. Foto: Pauline Schöner