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Fassadenbegrünung?Unerwünscht!

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Fassadenbegrünung?Unerwünscht!

Algen und Pilze breiten sich gerne an Fassadenflächen aus, sorgen so für einen unattraktiven Grauschleier am Haus. Inzwischen gibt es einige neue Entwicklungen im Kampf gegen den unerwünschten Pflanzenwuchs, die eine nähere Betrachtung verdienen.

Markus Haberland

Ältere Gebäude zeigen eine Verschmutzung durch Algen und Pilze hauptsächlich an den bewitterten Seiten. Ein Befall ist an nahezu allen Fassadenflächen erkennbar, egal ob Beton, mineralische Flächen oder mit organisch oder anorganisch gebundenen Farben. Ist die Feuchtekonzentration in einem genügenden Umfang und einem ausreichenden Zeitraum vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Besiedelung in einem höheren Maß gegeben. Wo immer der Schlagregen die Fassade durchnässt, bilden sich zunächst einzelne Algen- oder Pilzkolonien. Nach einer Vermehrungsphase kann der Regen daraus Zellen ablösen, die sich weiter unten wieder anheften. Mit der Zeit entstehen dadurch an den Stellen, wo das Wasser immer abläuft, die typischen „Ablaufspuren“.
Maßgeblich für die Verschmutzungsneigung einer Fassadenoberfläche ist der konstruktive Gebäudeschutz. Moderne Bauweisen mit einem geringen Dachüberstand bewirken eine höhere Durchfeuchtung der Fassadenflächen durch die intensivere Regenbelastung. Hinzu kommt noch, dass die langwellige Wärmeabstrahlung höher ist. Als Faustregel dient der Ansatz, dass eine Fassade, die den Himmel nicht sieht, ihre Energie nicht gegen den klaren Nachthimmel abstrahlt. Dadurch liegt eine verminderte Abkühlung der Oberfläche vor.
Feuchtigkeit reduzieren
Fassadenfarben haben eine Schlüsselfunktion zur Reduzierung der Verschmutzungsneigung an der Gebäudehülle. Sie erhalten eine ansprechende Optik der Oberfläche über einen längeren Zeitraum aufrecht und gewährleisten einen effektiven Fassadenschutz gegenüber Witterungseinflüssen.
Der Fokus liegt hauptsächlich auf der Verzögerung der Verschmutzung durch Algen. Ein erster Ansatz ist eine Reduzierung der Feuchteansammlung auf der Fassadenoberfläche. Es gibt unterschiedliche Thesen, was der bessere Weg dafür ist. Ein abperlender Effekt ist bei einer Fassadenfarbe mit einer stark wasserabweisenden Oberfläche gegeben. Wassertropfen laufen auf dieser ab, was zu einer schnelleren Abtrocknung führt. Dieser Effekt wird erreicht, indem ein hydrophober Charakter auf der Oberfläche erzeugt wird, indem der Wassertropfen mit einem größeren Kontaktwinkel auf der Oberfläche aufliegt.
Dieses Prinzip führt aber auch dazu, dass ein Wassertropfen ab einer gewissen Größe länger auf der Oberfläche bleibt. Das ist der Fall, wenn das Gewicht des Tropfens so gering ist, dass er von der Erdanziehungskraft nicht mehr nach unten gezogen wird.
Ein auf diesen Oberflächen stehender Tropfen hat ein größeres Volumen und benötigt dadurch länger zum Abtrocknen. Eine Erkenntnis, welche wiederum zu der Entwicklung führte, dass Fassadenfarben eine wasserspreizende Oberfläche besitzen sollen, um mit einer Pfützenbildung an der Oberfläche ein schnelleres Abtrocknungsverhalten zu haben.
Weniger Halt
Damit die Verkrallungsmöglichkeit und die Anhaftung von Verschmutzung reduziert wird, ist ein weiteres Ziel, die Oberfläche vom Farbfilm nach der Trocknung so glatt wie möglich darzustellen. Partikel finden damit weniger Halt auf der Oberfläche und lassen sich leichter abspülen. Das Entwicklungsziel war, glatte Oberflächen in Kombination mit einem guten Diffusionswert zu erreichen. Erreicht wurde dieses durch die Erzeugung von nanokristallinen Oberflächen. Mit besonderen Rezepturen ist eine glatte Oberfläche mit einem feinen Porengefüge gegeben. Ein Festsetzen von Partikeln, wie eben Algen, findet nur erschwert auf der glatten Oberfläche statt. Mit der Porigkeit ist eine gute Offenheit und damit eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit gegeben.
Verschmutzung verzögern
Weiter sind bei der Entwicklung von innovativen Fassadenprodukten die Aspekte aus der Natur mit eingeflossen. Eine photokatalytische Wirkung ist bei den Pflanzen gegeben, welche unter Einfluss von Licht eine Photosynthese auslösen. Dieser Effekt bewirkt, dass die organischen Strukturen der Algen zerstört werden. Mit der Anlehnung dieser Funktionseigenschaften wurden nun Fassadenprodukte geschaffen, welche die Anfälligkeit einer Verschmutzung an der Oberfläche sehr gut hinauszögern. Zur Freude der Hausbesitzer.
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