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Schwer erreichbar?

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Schwer erreichbar?

Wo es schwierig ist, die herkömmliche Logistik an der Baustelle einzusetzen, da können intelligente Alternativen zum Zuge kommen – zum Beispiel Klebeschaum.

Eine gute Logistik ist auf jeder Baustelle ein entscheidender Wirtschaftlichkeitsfaktor. Es gibt jedoch zahlreiche Objektsituationen wie etwa eine enge Stadtbebauung, Innen- bzw. Hinterhöfe oder Hanglagen, die an die Logistik besondere Anforderungen stellen. Eine Siloplatzierung ist hier oftmals kaum möglich, die Zufahrt für LKW stark eingeschränkt und auch die technische Versorgung mit Strom und Wasser erweist sich meist als schwierig. Am Beispiel von vier Objekten der Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede eG (SBG) wird jedoch deutlich, dass sich schwierige logistische Verhältnisse an der Baustelle durch die Auswahl des passenden WDV-Systems optimal meistern lassen. Den Zuschlag für die Fassadensanierung mit Wärmedämmung erhielt der Malerbetrieb Klaus Hachmann GmbH, mit dem die SBG bereits erfolgreich zusammengearbeitet hat. Mit ausschlaggebend war der geplante Einsatz des patentierten Brillux WDV-Systems Qju, welches, da es nicht nur ohne den Einsatz eines Silos, sondern auch ohne Strom und Wasser verarbeitet werden kann, entscheidende logistische Vorteile bietet. Die im Süden von Meschede gelegene Luisenstraße ist durch eine starke Hanglage charakterisiert. Zudem sorgte die recht enge Straße für eine schwierige Zufahrt. Die 1935 gegründete Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede eG besitzt in Meschede und Umgebung über 2.000 Wohnungen.

Das Malerblatt sprach mit SBG-Vorstand Josef Lumme, Dipl. Ing. Erich Kramer und Dipl. Ing. Stefan Becker, beide Architekten der SBG, Malermeister Klaus Hachmann, seinem Sohn Jan Hachmann und Stephan Wolf, Technischer Berater bei Brillux.
Herr Lumme, wie lautete die Aufgabenstellung für die Objekte in der Luisenstraße? Josef Lumme: Unser Anliegen als Genossenschaft ist die Schaffung und Unterhaltung von bezahlbarem Wohnraum für unsere Mitglieder. Um unseren Kunden eine zeitgemäße Ausstattung und gute Wohnqualität zu garantieren, widmen wir uns seit einigen Jahren der umfangreichen Instandhaltung und Instandsetzung unseres Hausbesitzes. Auf Basis eines 15-jährigen Investitionsplanes flossen 2008 rund 4,5 Millionen Euro und im vergangenen Jahr 4,6 Millionen in die Instandhaltung, davon allein 2 Millionen in die energetische Sanierung. Denn angesichts stetig steigender Energiepreise stehen vor allem künftige Energieeinsparungen im Vordergrund. Auch für das Jahr 2010 haben wir 4,9 Millionen Euro für zukunftsweisende Investitionen verabschiedet, davon 2 Millionen für energetische Sanierungen und Balkonanbauten. Auf diese Weise machen wir unsere Objekte fit für die Zukunft. In der Luisenstraße verfügen wir insgesamt über 22 Objekte. In 2009 wurden die Häuser mit den Nummern 2, 4, 6 und 12 modernisiert. Für rund 700.000 Euro erhielten diese eine Wärmedämmung, Balkonanbauten sowie neue Dächer. In diesem Jahr folgt die Modernisierung der Luisenstraße 3, 10, 14, 19, 21 und 23.
Die Fassadensanierungen durch Wärmedämmung wurden an den Malerbetrieb Klaus Hachmann aus Arnsberg-Oeventrop vergeben.
Josef Lumme: Ja, ein wichtiger Aspekt ist für uns, dass die Arbeiten ausschließlich durch Firmen aus der Region durchgeführt werden. Mit Klaus Hachmann arbeiten wir bereits seit Jahren erfolgreich zusammen.
Herr Hachmann, welche Anforderungen stellte die Luisenstraße in Bezug auf die Wärmedämmung? Klaus Hachmann: Das erste Objekt, das wir mit der SBG gemacht haben, war die Lindenstraße 89/91. Wir haben recht groß in hochmoderne Silo- und Verarbeitungstechnik investiert, weil uns klar war, dass wir uns nur so Kalkulations- und Zeitvorteile sichern können, die wir dann in Form eines günstigeren Preises an unsere Kunden weitergeben können. Bei der Luisenstraße half uns konventionelle Silotechnik jedoch nicht weiter: Die starke Hanglage machte es unmöglich, ein Silo sicher zu platzieren. Und die Straße über ein längeres Zeitfenster zu sperren, war keine Option. Herr Wolf empfahl uns deshalb den Einsatz des Brillux WDV-Systems Qju. Als ich jedoch hörte, dass es sich bei Qju um ein schaumverklebtes System handelt, war ich zunächst gar nicht begeistert. Meine Erfahrungen mit schaumverklebten Wärmedämm-Verbundsystemen waren alles andere als gut.
Können Sie das näher erläutern?
Klaus Hachmann: Es handelte sich um ein schaumverklebtes WDV- System, bei dem, anders als bei Qju von Brillux, die Platten nach 10 bis 15 Minuten noch mal feinjustiert und angedrückt werden mussten. Jeder, der auf einer Baustelle arbeitet, weiß, wie das ist: Da klingelt das Telefon, ein Mitarbeiter stellt eine Frage, es gibt unzählige Gründe, die einen kurz aus der Arbeit reißen. Wenn aber nicht im passenden Moment nachjustiert wird, dann sind die Platten schief und der Ärger ist groß. Deswegen war ich zuerst ein Gegner von Qju – zumal ich ja die teure Maschinentechnik angeschafft habe. Aber bei der Luisenstraße bot Qju eben ganz entscheidende logistische Vorteile. Wir konnten die Fassaden ganz ohne den Einsatz von Silotechnik, Strom und Wasser dämmen. Und auch die Verarbeitung selbst stellte sich als sehr einfach und sicher heraus, aber das kann Ihnen am besten mein Sohn erklären, der das System selbst verarbeitet hat.
Jan Hachmann: Für mich war Qju die erste Erfahrung überhaupt mit einem WDV-System, da ich ja noch in der Ausbildung zum Maler und Lackierer bin. Herr Wolf hat mich zunächst eingewiesen und mir das System erklärt. Nach kurzer Einarbeitungszeit ging die Verarbeitung fast wie von selbst. Der Qju-Klebeschaum wird einfach auf die Platten aufgetragen und diese dann an die Fassade gebracht. Dann kommen die Qju-Fixierungswinkel und die Qju-Wasserwaage zum Einsatz, die dafür sorgen, dass sich die Platten sofort fest und sicher fixieren lassen. Äußerst praktisch ist dabei auch, dass man den gesamten Materialbedarf in einem Eimer direkt mit aufs Gerüst nimmt.
Gab es neben der Logistik weitere spezielle Anforderungen? Stephan Wolf: Ja. Alle vier Mehrfamilienhäuser wiesen Altanstriche vor. Auch diesbezüglich erwies sich Qju als Schaumklebesystem von Vorteil, denn der Qju-Klebeschaum enthält keine Bestandteile, die den Altanstrich aufquellen oder verseifen lassen können. Bei Hausnummer 2 zeigten sich, nachdem der Schiefer im oberen Bereich der Fassaden entfernt worden war, zudem Setzungsrisse. Diese wurden zunächst mit Panzergewebe armiert. Das WDV-System hatte zum Teil Untergrund-Versprünge von 2, 3 oder sogar 4 Zentimetern zu überbrücken. Auch hier lieferte Qju eine überzeugende Lösung, denn die Kombination aus verschiedenen Dämmplattenstärken, dem Qju-Klebeschaum und den Qju-Fixierungswinkeln sorgte dafür, dass selbst auf diesen unebenen Flächen problemlos absolut lotrechte Flächen erstellt werden konnten.
Wie viele Mitarbeiter hatten Sie im Einsatz, Herr Hachmann? Klaus Hachmann: Zum Kleben der Qju-Platten reichen zwei Mitarbeiter. Bei konventionellen WDV-Systemen braucht es immer noch einen Helfer zusätzlich, der die anderen mit Material versorgt etc. Für die Armierung kommen dann noch Mitarbeiter hinzu, so dass wir alles in allem zwei Wochen benötigen, um ein Sechs-Familien-Haus zu dämmen. Was das Ausgangsmaterial betrifft, ist Qju etwas teurer, aber dafür ist der Arbeitsaufwand deutlich geringer. Für die SBG bedeutet das, sie bekommt das bessere System ohne Mehrkosten.
Herr Kramer, nach der Modernisierung sind die Häuser in der Luisenstraße kaum wiederzuerkennen. Erich Kramer: Das liegt einerseits daran, dass wir zusätzliche Balkone angebaut haben. Neu ist auch die Farbgestaltung. Die Häuser 2, 4 und 6 bilden eine Farbgruppe. Hier wurden die Balkone farblich in Anlehnung an die Dachfarbe in einem dunklen Braunton gestaltet. Nummer 12 setzt sich farblich mit einem klaren Blauton ab. In diesem Jahr modernisieren wir in der Luisenstraße die Häuser 10 und 14, die sich farblich an Haus Nummer 12 orientieren werden.
Herr Hachmann, kommt Ihre Maschinentechnik zukünftig wieder zum Einsatz? Klaus Hachmann: Ehrlich gesagt, der einfachere Weg ist die Qju-Dämmung. In puncto Organisation, Logistik und was den körperlichen Einsatz betrifft, ist Qju das bessere Wärmedämm-Verbundsystem. Auch wenn ich zu Beginn auf gut deutsch wie ein Rohrspatz geschimpft habe, was Klebesysteme betrifft: Mich hat Qju überzeugt. Es gibt keine Rüstzeiten, es muss kein Starkstrom und Wasserschlauch für das Silo gelegt werden und die Mitarbeiter können bis kurz vor Feierabend arbeiten.
Gab es auch auf Seiten der SBG diese Skepsis dem schaumverklebten System gegenüber? Stefan Becker: Ja, durchaus. Aber das Ergebnis hat auch uns überzeugt: Mit Qju erreichten wir trotz unebener Untergründe perfekt lotrechte Fassadenflächen und das ohne Mehrkosten gegenüber einem herkömmlichen WDV-System.
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