Betrieb & Markt

Visualisierung

Die Kulisse des Klosterhotels Ettal. Foto: Caparol
Die Visualisierung der eigenen Entwürfe hilft enorm bei der Auftragsakquise. Welcher Kunde kann sich schon vorstellen, wie eine große Fassade oder ein Innenraum mit einer bestimmten Farbe oder mit Materialien wirkt?

Kai Sonntag

Ettal liegt nicht weit von Garmisch-Partenkirchen entfernt. Dammbach befindet sich im Landkreis Aschaffenburg an der Grenze zwischen Bayern und Hessen. Beide liegen etwa 400 Kilometer auseinander. Ettal ist Heimat eines weltberühmten Benediktinerklosters aus dem 14. Jahrhundert. Das Kloster wird heute noch von einer Klostergemeinschaft von knapp 50 Mönchen bewohnt. Zum Kloster gehören auch eine Brauerei, ein Gymnasium mit Internat und ein Hotel. Dammbach ist der Firmensitz des Malerbetriebes von Emil Herbeck. Der 70-jährige ist der Senior-Chef eines traditionsreichen Betriebes, der 1907 gegründet wurde und heute in der vierten Generation geführt wird. „Wir sind ein klassischer Familienbetrieb“, sagt Emil Herbeck. Seit 52 Jahren ist er im Betrieb, 1966 hat er die Meisterprüfung abgelegt. „Wir sind mit unseren 60 Mitarbeitern der größte Malerbetrieb im Landkreis. Wir haben uns spezialisiert auf Gerüstbau, Putzarbeiten, Malerarbeiten und Vollwärmeschutz.“ Der Kundenkreis ist gemischt, berichtet der Malermeister.
Klosterhotel
Welche Verbindung gibt es zwischen dem Betrieb in Dammbach und dem Kloster in Ettal? Heinrich Fath ist technischer Leiter des Klosters. Schon an seinem Akzent ist deutlich zu hören, dass er nicht in Oberbayern aufgewachsen ist. „Vor ein paar Jahren war klar, dass wir an unserer Hotelfassade etwas machen müssen“, berichtet er. „Seit vielen Jahren waren keine Malerarbeiten mehr erfolgt. Das Hotel hat über 200 Betten und ist ein wichtiges Aushängeschild für das Kloster, weil es Anlaufpunkt für die vielen Tausend Gäste ist, die jedes Jahr nach Ettal kommen. Umso wichtiger war es, dass das Klosterkonvent beschlossen hat, die Fassade neu zu richten.“ Fath kommt aus dem Landkreis Aschaffenburg. „Wir haben dafür einen Malerbetrieb benötigt, der die Neugestaltung der Fassade durchführen kann. Dafür muss er einerseits personell und organisatorisch in der Lage sein, aber auch fachlich. Denn die gesamte Klosteranlage steht unter Denkmalschutz. Da ich den Betrieb von Emil Herbeck kenne, habe ich ihn eingeladen, an der Ausschreibung teilzunehmen.“
Qualität und Zuverlässigkeit
Der Malerbetrieb aus Dammbach profitiert von seiner Reputation, die er sich über viele Jahre hinweg aufgebaut hat. „Wir haben immer schon höchsten Wert auf Qualität und Zuverlässigkeit gelegt“, betont Emil Herbeck. „Als großer und bekannter Betrieb können wir es uns nicht leisten, wegen Qualitätsmängeln oder Problemen in der Auftragsabwicklung in einem schlechten Licht zu erscheinen. Hinzu kommt, dass wir auch bekannt sind als ein Malerbetrieb, der sehr flexibel ist und schnell arbeitet. Dies hat zur Folge, dass wir auch preislich mit unseren Wettbewerbern konkurrieren können. Aber natürlich haben wir auch durch unsere Größe und Vielseitigkeit Vorteile, weil wir die Arbeiten komplett in unserem Haus durchführen können.“ Ein Malerbetrieb wie der von Emil Herbeck hat eine Vielzahl von Kundenkontakten. „Preis und Qualität sind immer wichtig, aber entscheidend ist letztendlich der Kontakt zum Kunden, bzw. die Frage, wie wir ihn von unserer Leistungsfähigkeit überzeugen können.“ Ein wichtiges Mittel für ihn ist dabei die Visualisierung der Gestaltungsentwürfe.
Corinna Schuchmann ist Expertin für digitale Medien im FarbDesignStudio von Caparol in Ober-Ramstadt. „Kern der Tätigkeit eines Malers ist der Umgang mit Farben, mit Gestaltungselementen. Wenn der Maler seine Ideen dem Kunden gegenüber nicht visualisieren kann, hat er ein Problem. Oder andersherum: Je besser er seine Entwürfe präsentieren kann, desto größer ist die Möglichkeit, sich gegenüber den Wettbewerbern ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es für viele Kunden schwer ist, sich einen Farbton auf einer großen Fläche vorzustellen – geschweige denn Gestaltungselemente oder den Einsatz von mehreren Farben. Da helfen dann auch Farbkarten nicht weiter. Nötig ist vielmehr, dass dem Kunden genau gezeigt wird, wie das dann realistisch an seiner Fassade aussieht. Das gilt insbesondere, wenn der Kunde noch gar keine Vorstellungen zur Farbgebung hat oder der Maler ihm eigene Entwürfe präsentieren möchte.“ Zur Unterstützung der Entscheidungssicherheit hat das Caparol FarbDesignStudio die Gestaltungssoftware SPECTRUM, zur Visualisierung von Farbe und Material in der Architektur entwickelt. Inzwischen, so berichtet sie, ist die Software in der Version 4.0 verfügbar, seit zehn Jahren ist sie insgesamt auf dem Markt.
Neben Fassaden sind Gestaltungen in Innenräumen ein bedeutendes Anwendungsgebiet für die Gestaltungssoftware. „In Innenräumen kommen neben Farben auch unterschiedliche Materialien oder Techniken zum Einsatz. Es ist ja wirklich nicht so einfach, dem Kunden den Unterschied zwischen einer Lasur- und einer Spachteltechnik für sein Wohnzimmer zu verdeutlichen – insbesondere im Zusammenspiel mit Fenstern, Türen und Bodenbelägen. Wichtig ist das vor allem, wenn der Maler dem Kunden eine höherwertigere Gestaltung verkaufen möchte und damit seine gesamte gestalterische und technische Kompetenz ausspielt.“
Emil Herbeck wendet die Software seit vielen Jahren an. „Wir haben gemerkt, dass das bei den Kunden gut ankommt. Und, zugegebenermaßen, manchmal ist es auch wichtig für einen selbst, wenn man sieht, wie die eigene Idee dann wirklich aussieht.“
Erweiterung für das iPad
Um die Software noch flexibler einsetzen zu können, gibt es sie auch in der App ColorWorld für das iPad. „Wir haben hier für den Maler eine Schnellschussfunktion ermöglicht. Er kann vor Ort mit dem iPad ein Foto von der Fassade machen und dann über sein Tablet verschiedene Farbtöne auf die Fläche legen. Natürlich ist das gegenüber der Vollversion nur eine abgespeckte Möglichkeit, aber vor Ort sehr hilfreich, um dem Kunden einen ersten Eindruck zu vermitteln“, erklärt Corinna Schuchmann. Auch bei dem Auftrag im Klosterhotel Ettal kam die Software zur Anwendung. „Wir haben auch hier die Gestaltung erst zu Hause am PC entwickelt und dem Kunden dann vor Ort vorgestellt. Da wir es hier mit einem denkmalgeschützten Gebäude zu tun haben, hatten wir noch einen Experten von Caparol mit hinzugezogen, um den richtigen Farbeindruck zu bekommen.“ Heinrich Fath, der technische Leiter des Klosters, erinnert sich noch gut an die Auftragsvergabe. Er bestätigt: „Das war auch einer der Gründe, warum wir den Auftrag an den Malerbetrieb vergeben haben.“
Der Auftrag umfasste letztendlich die Putz- und Malerarbeiten an etwa 1.000 Quadratmetern Fassadenfläche. Rund vier bis fünf Wochen haben die Arbeiten gedauert. Gelohnt hat es sich für Emil Herbeck und seinen Betrieb allemal. „Wir haben ständig Malerarbeiten im Kloster zu vergeben. Da der Malerbetrieb gute Arbeit geleistet hat, haben wir in der Zwischenzeit einige Folgeaufträge an ihn erteilt“, berichtet Heinrich Fath.

praxisplus

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64372 Ober-Ramstadt
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