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Feuchteschutz im Wellnessbereich

Gebäudehülle & Innenraum
Feuchteschutz im Wellnessbereich

Das ehemalige Badhotel in Bad Teinach wurde modernisiert und grundlegend umgebaut. Ein Teilabriss und eine Aufstockung standen an. Dabei sollte die Zahl der Zimmer verdoppelt, ein Wintergarten angebaut und das Thermalbad zu einem hochwertigen Wellnessbad ausgebaut werden.

Heute besticht das Vier-Sterne-Hotel im schönen Teinachtal des nördlichen Schwarzwaldes durch hohen Komfort. Dies ist wesentlich dem neu errichteten Gebäudeteil in Massivholz-Bauweise sowie den erforderlichen Aufbauten mit Knauf-Platten für einen normenkonformen Schall-, Brand- und Feuchteschutz zu verdanken.

Bis dahin war es ein weiter Weg: Bei der Bestandsaufnahme stellte sich heraus, dass sich weder das alte Thermalbad noch das bestehende Hotelgebäude aus den 1970-er Jahren auf einfachem und wirtschaftlichem Wege zu einem zeitgemäßen Ensemble würden umbauen lassen. Schnell war klar, man würde um einen Teilabriss nicht umhin kommen. Die Lösung bestand darin, das Bestandsgebäude mit einer Gebäudegrundfläche von etwa 72,50 Meter mal 21,50 Meter bis zur Decke über dem Erdgeschoss abzureißen und auf diesem mineralischen Sockel drei Geschosse in Holzmassivbauweise zu errichten. Zur Stabilisierung war es erforderlich, den „Unterbau“ aus Keller- und Erdgeschoss mit zusätzlichen Stützen zu ergänzen.
Oberhalb der alten Betondecke wählten die Tragwerksplaner einen Stahlträgerrost als Tragstruktur für den darauf aufsetzenden Holzbau. Dieses Lastverteilungsgitter überspannt den Unterbau wie ein Tisch und überträgt die Vertikallasten aus dem hölzernen Oberbau gezielt auf Stützen und Wandbereiche des Unterbaus, von wo sie in die Fundamente eingeleitet werden. Diese Lösung ermöglichte es, den statisch komplett anders strukturierten Oberbau auf den Unterbau aufzusetzen und die Eingriffe am Bestand zu minimieren.
Trockenbauvarianten
Im Rahmen seiner Funktion als Hotel musste der aufgestockte Neubautrakt erhöhte Schallschutzanforderungen erfüllen. Unterseitig wurden an den Massivholzdecken zwischen den Geschossen von den Trockenbauern der Unternehmensgruppe Heinrich Schmid eine Lage Gipskartonplatte Diamant GKFI befestigt und auf Direktschwingabhängern abgehängt. Den Zwischenraum in der Unterkonstruktion füllen eine zwei Zentimeter Luftschicht und acht Zentimeter Ecose-Dämmung, bestehend aus Mineralwolle. Wo es aus Schallschutzgründen erforderlich war, wurden die Decken zusätzlich mit einer zweiten Lage Knauf Silentboard beplankt.
Alle Zimmertrennwände wurden mit beidseitigen Vorsatzschalen auf Direktschwingabhängern ausgestattet. Die Beplankung besteht aus zwei Lagen 12,5 Millimetern Gipskartonplatten Diamant GKFI. Den Zwischenraum in der Unterkonstruktion füllt auch hier die Mineralwolle. Der Prüfstandwert für diese knapp 24,5 Zentimeter dicke Wandkonstruktion erreichte ein Schalldämm-Maß Rw von 69 Dezibel.
Eine besondere Herausforderung stellte dabei eine Reihe von Wandelementen in mehreren Zimmern sowie im Wellnessbereich dar, die mit abgerundeten Innen- und Außenecken auszuführen waren. Die Unterkonstruktion dieser Wände realisierten die Handwerker mit Standard-UW- und CW-Profilen. Als Beplankung waren ursprünglich sechs Millimeter Gipsplatten vorgesehen. „Weil wir aber vier Platten benötigt hätten, um eine Wandstärke von 2 mal 12,5 Millimeter zu erzielen und sauber an die angrenzenden Wände anschließen zu können, entschlossen wir uns für einen anderen Weg: Wir haben Bauplatten im zehn Zentimeter-Raster eingefräst, diese Wandabschnitte im Anschluss dann mit der jeweiligen Rundung gebogen und zuletzt verspachtelt“, berichtet der für die Baustelle seitens Heinrich Schmid zuständige Abteilungsleiter Jasmin Mujezinovic.
Zementgebundene Platte
Eine der großen Herausforderungen des Projekts bestand in der Notwendigkeit, den Wellnesstrakt und hier insbesondere das Schwimmbad sowie die Massageräume mit feuchtigkeitsbeständigem Material zu beplanken. Aufgrund der extrem hohen Anforderungen an Baumaterialien in Schwimmbadanwendungen mit permanenter, sehr hoher Luftfeuchte und chlorhaltiger Luft wählten die Trockenbauer wegen ihrer hundertprozentigen Wasserbeständigkeit und Schimmelpilzresistenz daher die faserfreie, rein mineralische und zementgebundene Bauplatte Aquapaneel Cement Board Indoor. Als Unterkonstruktion dienten hier CW-Metallprofile in der Korrosionsschutzklasse C5, die nahezu ständiger Kondensation standhalten. Die Wände wurden doppelt beplankt – auch hier kam in der Unterkonstruktion Mineralwolle als Dämmstoff zum Einsatz. Im Anschluss wurden die Wände vollflächig mit Gewebe verspachtelt und zuletzt – in den Massageräumen – mit Vliestapete tapeziert bzw. im Schwimmbad und den hoch beanspruchten Bereichen der Duschen gefliest.
Stabil und biegsam
Die Zementbauplatte liefert alle Vorteile des Trockenbaus (schnell, leicht, preiswert und durch Ritzen und Brechen leicht zu bearbeiten). Sie ist ebenso stabil wie biegsam und erfüllt alle Brandschutzanforderungen. Überall dort, wo Feucht- und Nassräume durchgehend mit Spritzwasser in Berührung kommen – Gemeinschaftsduschen, Sanitärbereiche und natürlich auch Schwimmbadhallen – bietet Aquapaneel den idealen Fliesenuntergrund. Die Platte ist komplett anorganisch und nicht brennbar (Baustoffklasse A1). Ihr Kern besteht aus Portlandzement und Zuschlagstoffen, die Platten sind beidseitig mit einem Glasgittergewebe armiert. Auch bei permanenter Wassereinwirkung behalten die Zementbauplatten, im Unterschied zu anderen Plattentypen, ihre Festigkeit und Stabilität und verhindern mit ihrem pH-Wert 12 die Bildung von Schimmelpilz.
Hinzu kommt, dass das Produkt eine hohe Beständigkeit in korrosiver, chlorhaltiger Umgebung zeigt, wie sie in Schwimmbädern gegeben ist. Die Beständigkeit gilt auch bei chlorhaltigen, desinfizierenden Reinigungsmitteln, die hier eingesetzt werden müssen.
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