Mineralische Spachtelmassen

Mineralisch glatt

Glatte Wandflächen liegen seit Jahren im Trend. Um sie zu realisieren, bedient sich das Handwerk unterschiedlicher Werkstoffe. Neben Gips- und Dispersionspodukten erfreuen sich mineralische Spachtelmassen auf Kalk- und Silicatbasis in zunehmendem Maße großer Beliebtheit.

Autor: Dr. Christian Brandes | Fotos: Caparol

Mineralische Spachtelmassen und Beschichtungen wirken nicht nur durch ihre tuchmatte Oberfläche besonders elegant. Aufgrund ihrer bauphysikalisch vorteilhaften Eigenschaften können sie auch entscheidend zur Behaglichkeit im Wohnraum beitragen. Wegen der offenporigen Struktur werden Feuchtigkeitsspitzen aus der Raumluft absorbiert, zwischengespeichert und später wieder abgegeben. Durch diese als Absorption und Desorption bezeichneten Vorgänge stabilisiert sich die Raumluftfeuchte in einem für den Bewohner angenehmen Bereich.

Vor allem in energetisch optimierten Neubauten mit nahezu luftdichter Raumschale spielen die mit mineralischen Werkstoffen geschaffenen Pufferzonen für das Raumklima eine große Rolle. Dabei vollzieht sich die Absorption von Luftfeuchtigkeit lediglich im oberflächennahen Wandbereich. Dieser physikalische Prozess darf nicht mit der „atmenden Wand“ verwechselt werden, die es zwar erwiesenermaßen nicht gibt, die aber immer noch in diversen Medien beschrieben wird.

Mineralische Werkstoffe besitzen im Innenbereich weitere Vorteile: Wegen des hohen pH-Werts benötigen Kalk- und Silicatprodukte keine Konservierungsstoffe, was ein häufiges Entscheidungskriterium für Allergiker ist. Außerdem bewirkt die hohe Alkalität einen natürlichen, wenn auch nicht unbegrenzt wirksamen Schutz gegen Schimmelbefall. Wegen der offenporigen Oberfläche wird sich auf der Wandoberfläche bildende Kondensfeuchte – häufig ein Problem in ungedämmten Altbauten – aufgenommen. Dadurch bleibt die Bauteiloberfläche relativ trocken. Auch auf diese Weise wird Schimmelpilzen die Lebensgrundlage entzogen.

Spachtelmassen

Für die Herstellung von raumklimatisch wirksamen Oberflächen werden sorptionsfähige mineralische Spachtelmassen und darauf abgestimmte Wandbeschichtungen benötigt. In Bezug auf die Spachtelschicht haben sich kalkgebundene Materialien seit vielen Jahren bewährt. Kalkspachtelmassen wird jedoch oftmals eine schwierige Verarbeitbarkeit nachgesagt. Richtig ist, dass die Herstellung einer perfekt gespachtelten Wand mit einer klassischen Kalkglätte durchaus eine handwerkliche Herausforderung ist. Außerdem sind diese Materialien nicht für jeden Untergrund geeignet. Inzwischen ist es jedoch gelungen, hochfunktionale und leicht zu verarbeitende Kalkspachtelmassen für ein breites Anwendungsgebiet zu entwickeln. Diese Produkte können nicht nur als dünnschichtige Kalkglätte, sondern auch als universeller Glätt- und Reparaturspachtel auf diversen neuen und alten Untergründen in einer Dicke von bis zu zehn Millimetern eingesetzt werden. Selbst nicht mineralische Untergründe können nach haftvermittelndem Voranstrich mit quarzgefülltem Kontaktgrund verspachtelt werden. Darüber hinaus kann bei rissgefährdeten Untergründen ein spezielles Glasgewebe eingearbeitet werden. Für die großflächige Anwendung ist die Applikation mit angepassten Mischpumpen oder mit leistungsstarken Airless-Kolbenpumpen möglich.

Beschichtungen

Für die Beschichtung kalkgebundener Putze und Spachtel haben sich Silikat- und Kalkfarben als ideal erwiesen. Aufgrund ihrer besonders hohen Wasserdampfdurchlässigkeit wird das Sorptionsvermögen der mineralischen Spachtelschichten nicht messbar beeinträchtigt. Mit anwendungstechnisch optimierten Sol-Silicat-Wandfarben lassen sich perfekte, matte Oberflächen rationell erstellen, die in moderner wie in bestehender Architektur besonders edel und behaglich wirken. Diese Beschichtungsstoffe zeichnen sich durch eine besonders leichtgängige und ansatzfreie Verarbeitung aus, die bisher in dieser Form mit Silicatprodukten nicht erreicht werden konnte.

Liebhaber klassischer Kalkoberflächen werden dagegen die im traditionellen Bürstenauftrag zu verarbeitenden Kalk- und Kalkkaseinfarben als Endbeschichtung bevorzugen. Dabei muss die Anwendung von Kalkbeschichtungen nicht nur Spezialisten vorbehalten sein. Einige Kalkfarben erfüllen durchaus die heutigen Ansprüche in Bezug auf Verarbeitbarkeit, Deckvermögen und Alltagstauglichkeit von modernen Wandbeschichtungen.

Weitere Fotos:
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PraxisPlus

Caparol bietet mit dem Histolith-System „Glatte Wand mineralisch“ eine Alternative zu Gips- und Dispersionsspachtelmassen für den anspruchsvollen Innenbereich. Es besteht aus folgenden Komponenten:

  • Histolith Kalkspachtel brillant mit hohem Weißgrad
  • Histolith Kalkspachtel Natur mit naturweißer Oberfläche
  • Histolith Premium-Silikat (Sol-Silicatfarbe der Nassabriebklasse 1, Deckvermögen Klasse 1)
  • Histolith LithoSil (Sol-Silicatfarbe

mit hohem Weißgrad, Nassabriebklasse 2, Deckvermögen Klasse 1)

  • Histolith Innenkalk (Innenfarbe auf Kalkbasis mit hohem Weißgrad und wischfester Oberfläche)
  • Histolith Kalk-Kaseinfarbe (natürlicher altweißer Farbton, wischfeste Oberfläche)

www.caparol.de



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