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Schritt-für-Schritt Anleitung zur fachgerechten Verlegung

Schritt-für-Schritt Anleitung zur fachgerechten Verlegung
Sicher verklebt

Er ist robust, pflegeleicht und optisch attraktiv. Diese Eigenschaften machen den Vinylboden beliebt. Damit er dauerhaft schön bleibt, muss er korrekt verlegt werden. Wie die Verlegung fachgerecht ausgeführt wird, lesen Sie hier.

Autoren: Alexander von Vulté, Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Soudal

Vinylbeläge (häufig auch als Designbeläge bezeichnet) zählen derzeit zu den beliebtesten Bodenbelägen. Das ist auf die positiven Eigenschaften des Belags zurückzuführen: Er ist angenehm fußwarm, weicher als Fliesen, strapazierfähiger als Laminat und Teppich, dazu pflegeleicht und langlebig – und er bietet eine große Auswahl an Holz-, Stein- und weiteren Designs, die dank moderner Herstellungsmethoden äußerst authentisch wirken. Ein weiteres Plus: Das Material bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Da der Bodenbelag nicht feuchteempfindlich ist, kommt er oft auch in Küche und Badezimmer zum Einsatz.

Verklebt oder schwimmend verlegt

Vinylböden können auf verschiedene Arten verlegt werden. Die einfachste ist die schwimmende Verlegung, bei der ein Klick-Vinyl mit spezieller Nut und Federausbildung ohne Verklebung auf den Untergrund gelegt wird. Klick-Vinyl-Dielen halten sich zwar gegenseitig, bei mechanischen Belastungen besteht jedoch die Gefahr, dass sie sich konvex verformen und vom Boden heben. Aus diesem Grund statten einige Hersteller ihre Vinyl-Planken rückseitig selbstklebend aus. Profis bevorzugen allerdings häufig die klassische Methode: das vollflächige Verkleben mit einem speziellen Flächenklebstoff. „Das beste Verfahren ist, Vinyl-Paneele im Nassbett zu kleben. Dann liegt der Boden stabil und beständig“, erklärt etwa Maler Biegel, der seit über 30 Jahren im Kölner Raum selbstständig ist.

Selbst im Schadensfall hat die Verklebung die Nase vorn. Soll eine beschädigte Planke ausgetauscht werden, lässt sich dies bei verklebtem Vinyl mit weniger Aufwand durchführen als bei Klick-Vinyl. Dazu erwärmt man die entsprechende Planke mit einem Föhn auf 40 bis 60 Grad – ein normaler Haarföhn reicht aus. Dadurch werden Kleber sowie Material weich und flexibel, die Planke lässt sich leicht herausziehen. Dann muss nur noch der bisherige Kleber abgeschabt und eine neue Planke eingeklebt werden.

Verlegung auf gutem Grund

Doch bevor man Gedanken an den Schadensfall verschwendet, muss der Boden zuerst einmal verlegt sein. Damit der Vinylboden perfekt verklebt werden kann, ist ein absolut glatter, fester und staubfreier Untergrund Voraussetzung. Vom Zustand des Unterbodens hängen die einzelnen Arbeitsschritte der Vorbereitung ab. Vinyl kann z. B. direkt auf einem vorhandenen Fliesenboden verlegt werden, sofern dieser vorab mit Spachtelmasse egalisiert wurde. Bei der Sanierung hat es sich jedoch bewährt, vorab den alten Bodenbelag komplett zu entfernen. In diesem Fall muss der Boden nach der Entfernung des Altbelags geschliffen werden. Sehr gut eignet sich hierfür eine Tellerschleifmaschine. Alternativ kann auch ein Schwingschleifer eingesetzt werden. Nach dem Schliff wird die Fläche gründlich abgesaugt und grundiert. Randdämmstreifen werden angebracht, damit keine Fließmasse zwischen Estrich und Wand läuft und so Schallbrücken vermieden werden. Der Randstreifen wird am Boden aufgeklebt, an der Wand liegt er nur an. Bei der Herstellung der Ausgleichsmasse sollte man sorgfältig vorgehen. Das Pulver der Ausgleichsmasse wird mit der vorgegebenen Menge Wasser so lange angerührt, bis ein homogener, gut fließender Spachtel entsteht. Wichtig ist, sich exakt an die Herstellerangabe zur Wassermenge zu halten. Ein zu geringer Wassergehalt wirkt sich negativ auf den Verlauf aus. Ein zu hoher Wassergehalt reduziert die Festigkeit und erhöht die Gefahr der Rissbildung. Die angerührte Spachtelmasse wird mit einer Rakel gleichmäßig auf dem Boden verteilt und gegebenenfalls geglättet. Um eine optimale Oberfläche ohne Lufteinschlüsse zu erhalten, wird die ausgebrachte Ausgleichsmasse z. B. mit einer Stachelwalze entlüftet. Sobald die Masse getrocknet ist, können die überstehenden Randstreifen mit einem Cuttermesser abgeschnitten werden. In der Regel ist die Masse nach etwa fünf Stunden begehbar und nach 24 Stunden belegreif.

Bevor es ans Verlegen geht, sollte sich der Vinylboden mindestens 24 Stunden, besser 48 Stunden akklimatisieren können. Dazu werden die Bodenpakete ungeöffnet in die jeweiligen Räume gelegt.

Fachgerecht verkleben

Es empfiehlt sich, zunächst drei Plankenreihen zur Probe auszulegen. Damit weiß man, bis wohin der Kleber aufgebracht werden kann, ohne dass er vor der Verlegung trocknet. „Es sollte grundsätzlich immer nur so viel Fläche mit Klebstoff versehen werden, wie sich in der vorgegebenen Zeit mit Vinyl-Dielen belegen lässt“, erklärt Alexander von Vulté, Marketingleiter beim Kleb- und Dichtstoffproduzenten Soudal. Nach der dritten Reihe setzt man mit Bleistift eine Markierung am Boden und klebt die Linie entsprechend ab. Zur Verklebung von Designbelägen kann beispielsweise ein Dispersionsklebstoff zur Verklebung von elastischen Bodenbelägen (z. B. Soudal Vinyl- & PVC-Kleber) zum Einsatz kommen. Dieser zeichnet sich durch eine lange offene Zeit (bis zu 20 Minuten), eine hohe Anfangshaftung und eine sehr hohe Endfestigkeit aus. Zudem ist er sofort begehbar. Vor der Verwendung sollte der Klebstoff gut umgerührt werden. Mit einem A1- oder A2-Zahnspachtel – die genaue Zahnung hängt von der Empfehlung des Herstellers ab – wird der Klebstoff aufgetragen und gleichmäßig in Rippenstruktur verteilt. Die vorher gesetzte Klebemarkierung hilft dabei, den Kleber bis zur Linie aufzutragen, ohne dass etwas übersteht. Direkt nach dem Klebeauftrag kann der Klebestreifen abgezogen werden.

Professionelle Verlegung

Die Vinyl-Planken dürfen weder zu früh noch zu spät ins Kleberbett gesetzt werden. Die vom Hersteller angegebene Ablüftzeit des Klebers ist zwingend einzuhalten. Um den richtigen Zeitpunkt zum Einlegen des Bodenbelags herauszufinden, hat Maler Biegel einen Tipp parat: „Man kann mit dem Finger testen, ob der Kleber schon so weit ist. Dazu drückt man mit dem Finger auf die Klebemasse. Wenn kein Kleber mehr auf dem Finger haftet, dann ist er abgelüftet.“ Die Ablüftzeit des Soudal Vinyl- und PVC-Klebers beträgt beispielsweise zehn Minuten.

Die Vinylplatten werden auf Stoß eingelegt und fest angedrückt, eventuelle Klebstoffreste werden mit einem feuchten Tuch entfernt. Für einen optimalen Halt sollten die verlegten Paneele zusätzlich mit einer Andrückrolle angewalzt werden. Zum Abschluss kann mit einer großen Walze mit einem Gewicht von ca. 60 Kilo über den gesamten Bodenbelag gerollt werden.

Für den Versatz gibt es verschiedene Optionen. Beim wilden Verband werden die Planken in unregelmäßig wechselnden Abständen verlegt. Es sollte mindestens ein Versatz von zwanzig Zentimetern eingehalten werden, damit der Boden natürlich und harmonisch aussieht.

Zu berücksichtigen ist unbedingt auch die Dehnungsfuge. Sie gewährleistet, dass sich der Boden bei Temperaturschwankungen ausdehnen und wieder zusammenziehen kann – ohne dass Wellen entstehen und sich der Boden im Laufe der Zeit löst. Zur Wand hin sollten deshalb fünf bis sieben Millimeter Abstand eingehalten werden.

Wände sind selten gerade, häufig weisen sie Schrägen von einigen Millimetern auf. Daher sollte man genau Maß nehmen, dieses auf die Paneele übertragen und sie entsprechend zuschneiden. Dazu werden sie mit einem scharfen Cutter angeritzt und nach hinten geknickt. Auch Türschwellen und Ecken erfordern einen passenden Zuschnitt. Die letzte Vinyl-Paneele in Richtung Wand muss in der Regel ebenfalls geschnitten werden. Dabei den Abstand zur Wand immer mit einplanen. Die Schnittkante sollte beim Verlegen selbstverständlich zur Wand zeigen.

Sockelleisten decken die Fuge zwischen Boden und Wand optisch ab und schützen die Wand gleichzeitig vor Verschmutzungen z. B. beim Wischen.

Weitere Informationen unter:
bit.ly/35fEEtC


Foto: Soudal

Die Klebereste des alten Bodenbelags werden mithilfe eines Tellerschleifers entfernt. Anschließend saugt man alle losen Teile und den Schleifstaub ab.


Foto: Soudal

Der Unterboden wird grundiert. Randdämmstreifen verhindern, dass Fließmasse zwischen Estrich und Wand läuft und sich Schallbrücken ausbilden.

 


Foto: Soudal

Das Pulver der Ausgleichsmasse wird mit der vorgegebenen Menge Wasser so lange angerührt, bis ein homogener, gut fließender Spachtel entsteht.


Foto: Soudal

Die Spachtelmasse wird mit einer Rakel gleichmäßig auf dem Boden verteilt, gegebenenfalls geglättet und mit einer Stachelwalze entlüftet.


Foto: Soudal

Es empfiehlt sich, drei Plankenreihen als Richtmaß auszulegen. Die Fläche markiert man mit Klebeband für den anschließenden Kleberauftrag.


Foto: Soudal

Mit einem Zahnspachtel wird der Klebstoff aufgetragen und gleichmäßig in Rippenstruktur bis zur vorher gesetzten Klebemarkierung verteilt.


Foto: Soudal

Nach etwa 10 bis 15 Minuten Ablüftzeit können die – zuvor gegebenenfalls zugeschnittenen – Paneele ins Kleberbett eingelegt werden.


Foto: Soudal

Die Planken werden mit einer Andrückrolle fest angepresst, eventuelle Klebstoffreste mit einem feuchten Tuch entfernt.


Foto: Soudal

Die Vinylplatten werden auf Stoß verlegt. Für den Versatz gibt es verschiedene Optionen. Beim wilden Verband wechseln die Abstände unregelmäßig.


Foto: Soudal

Ausschnitte werden ausgemessen, mit Bleistift auf der Vinylbodenplatte angezeichnet und dann entsprechend zugeschnitten.


Foto: Soudal

Sockelleisten sollten punktuell geklebt werden. Das gleicht eventuelle Unebenheiten in der Wand etwas aus. Hierfür eignet sich ein Montagekleber.


Foto: Soudal

Abschließend wird die Fuge zwischen Fußleiste und Wand mit einem Acryldichtstoff dünn abgespritzt und abgezogen.


PraxisPlus

Ein passender Klebstoff

Der Vinyl- & PVC-Kleber von Soudal ist ein universeller gebrauchsfertiger Dispersionsklebstoff zur Verklebung von elastischen Bodenbelägen wie Vinyl auf ebenen, saugenden Oberflächen. Er kann auch bei Fußbodenheizungen zum Einsatz kommen. Der Kleber ist sehr emissionsarm und mit dem Siegel EC-1 Plus ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter:

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