Stahlstützen

In Schale geworfen

Stützen, Träger und Balken dienen zur Aussteifung eines Gebäudes. Damit sie im Brandfall ihre Funktion möglichst lange erfüllen können, müssen sie geschützt werden. Vorgefertigte Stützenbekleidungen bieten eine rationelle Lösung.

Susanne Sachsenmaier-Wahl

Stahlstützen ermöglichen in der modernen Architektur gestalterische Freiräume und großzügige Raumaufteilungen, große Spannweiten von Decken und Dächern werden oft mit Stahlträgern überbrückt. Werden Dachböden zum Wohnraum ausgebaut, sind tragende Holzstützen oder Holzbalken oft unumgänglich.
Um im Brandfall Fluchtwege möglichst lange zu sichern, müssen Stützen und Träger aus Stahl oder Holz durch geeignete Feuerschutzmaßnahmen vor den Flammen geschützt werden. Stahl etwa verliert ab ca. 500 Grad Celsius seine Tragfähigkeit. Bauteile aus Stahl behalten ihre Tragfähigkeit nur durchschnittlich acht bis fünfzehn Minuten. Durch geeignete Maßnahmen lässt sich die Tragfähigkeit des Stahls für die geforderte Feuerwiderstandsdauer sicherstellen.
Neben dem Beschichten mit Putzen oder Dämmschichtbildnern kann der Brandschutz durch die Bekleidung von Stahl- oder Holzbauteilen in Trockenbauweise mit Brandschutzplatten erfolgen. Hat man sich für ein Bekleidungsmaterial (z.B. Gipskarton, Gipsfaser, Calciumsilikat,…) entschieden, sind für die Bemessung der Bekleidungsdicke folgende Angaben erforderlich:
  • die geforderte Feuerwiderstandsklasse (F 30 bis F 180)
  • Brandbeanspruchung des Bauteils (ein-, zwei-, drei- oder vierseitig)
  • Angaben über den Baustoff und die Bauteilgeometrie (bei Holz: Holzart, Querschnitt, Querschnittsverhältnis, bei Stahl: Ermittlung des Profilfaktors (U/A-Verhältnis) bzw. Ablesen der erforderlichen Beplankungsdicke aus Tabellen für klassifizierte Stahlbauteile)
Eine dreiseitige Beanspruchung liegt vor, wenn die Oberseite eines Trägers, beispielsweise durch die Betonrohdecke, gegen eine Brandbeanspruchung geschützt ist.
Die Beplankung der Stützen, Träger und Balken mit Plattenwerkstoffen gestaltet sich meist sehr zeitaufwändig. Und häufig lässt das Ergebnis optisch zu wünschen übrig, was dann umfangreiche Spachtelarbeiten nach sich zieht. Wer bei Brandschutzbekleidungen auf Nummer Sicher gehen, dazu Zeit sparen und ein gutes Ergebnis erzielen möchte, sollte über den Einsatz vorgefertiger Brandschutzbekleidungen nachdenken. Diese sind rund oder eckig erhältlich und werden vom Hersteller millimetergenau nach individuellen Vorgaben gefertigt.
Vorgefertigte Bekleidungen
Die Befestigung der Bekleidungselemente erfolgt mit oder ohne Unterkonstruktion. Sollen Stahl- oder Holzstützen z.B. rund verkleidet werden, so kommen zwei CW-Profile als Unterkonstruktion zum Einsatz. Während die Profile im Falle einer Holzstütze an dieser befestigt werden können, erfolgt die Fixierung der Profile bei der Ummantelung von Stahlstützen mithilfe von Winkeln an Boden und Decke. Die Zuhilfenahme von CW-Profilen ist auch bei der eckigen Verkleidung von Stahlstützen möglich. Sollen Holzstützen eckig bekleidet werden, erfolgt die Befestigung der Plattenwerkstoffe in der Regel direkt am Holz.
Eine Möglichkeit der Befestigung bei der eckigen Bekleidung von Stahlstützen ist die so genannte „Knaggentechnik“. Dabei dienen Stücke des Plattenwerkstoffs, die stramm zwischen die Flansche des Stahlprofils eingepasst werden, als Stoßfugenhinterlegung und Klammerebene.
Selbstverständlich ist auch die Kombination von Zuschnitten und Formteilen möglich. So kann beispielsweise bei einer zweilagigen Beplankung die erste Lage selbst zugeschnitten und darauf ein Formteil angebracht werden. Durch die kartonummantelten Sichtkanten wird der Spachtelaufwand minimal gehalten.
Auf die Details kommt es an
Bei einlagiger Bekleidung sind die Fugen grundsätzlich mit Gipskartonplattenstreifen zu hinterfüttern. Bei mehrlagiger Beplankung müssen die Fugen mindestens 400 mm zueinander versetzt sein. Jede Bekleidungslage muss für sich an der Unterkonstruktion befestigt und verspachtelt werden. Eventuelle Bewehrungsstreifen müssen nur in der obersten Bekleidungslage angeordnet werden.
Alle Bekleidungen müssen von der Oberkante des Fußbodens – bei Fußböden, die ganz oder teilweise aus Baustoffen der Klasse B bestehen, von der Oberkante der Rohdecke – auf ganzer Stützenlänge bis zur Unterkante der Rohdecke angeordnet werden. Diese Forderung muss auch dann erfüllt werden, wenn eine Unterdecke mit Feuerwiderstandsdauer geplant ist. Die Stützen müssen also auch im Zwischendeckenbereich entsprechend der geforderten Feuerwiderstandklasse bekleidet werden.
Bei dreiseitiger Ummantelung von Deckenträgern oder Unterzügen ist die Bekleidung dicht an die Deckenplatte heranzuführen.
Bei Stützen sind zum Schutz der Ecken Eckschutzschienen anzubringen und einzuspachteln.
Oberflächenbehandlung
Bei der Oberflächenbehandlung von Brandschutzbekleidungen gelten dieselben Regeln wie bei anderen Gipskartonflächen. So muss vor der Beschichtung ein Tiefengrund aufgebracht werden. Werden Gipsplatten direkt mit Dispersionsfarben gestrichen, wird ein Teil des Bindemittels vom Untergrund aufgesaugt. Die Folge können Farbschattierungen, Festigkeitsverluste und Farbabplatzungen sein.
Die vorgefertigten Stützen-, Träger- und Balkenbekleidungen werden von Lafarge Gips angeboten. Weitere Informationen zum Sortiment und zur Verarbeitung erhalten Sie bei Lafarge Gips Tel.: (06171) 613-333/Fax: -920 www.lafarge-gips.de

Perfekt verkleidet
Der Einsatz vorgefertigter Träger- und Balkenbekleidungen gewährleistet sicheren und kostengünstigen Brandschutz. Die Montagezeit vor Ort wird stark reduziert. Kartonummantelte Kanten verringern außerdem die Spachtelarbeit.