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Tapeten – natürlich und prunkvoll

Wandbeläge
Tapeten – natürlich und prunkvoll

Jährlich tummeln sich Trendinteressierte auf der Heimtextil in Frankfurt, um die neuesten Kollektionen zu erkunden. Wir geben einen Einblick, wie vielfältig alleine das Angebot bei Tapeten ist.

Bärbel Bosch

Auf der Heimtextil, der internationalen Messe für Wohn- und Objekttextilien, lautet das übergreifende Trendthema der kommenden Saison „Explorations – Entdecken und Forschen“. Die Heimtextil-Trendexperten haben bei ihrer Analyse die Disziplinen Retail, Technology, Hospitality, Transport, Work und Home betrachtet. „Ausgerichtet auf das Thema ‚Exploration‘ haben wir nach Materialien, Texturen und Elementen gesucht, die Innovationen zum Leben erwecken“, erklärt Natalie Weinmann vom Designbüro Carlin International/Exalis, welches für die Konzeption und Umsetzung der Inszenierung auf der Messe sowie die Gestaltung des begleitenden Buchs verantwortlich war.
Forschergeist
Vier Themen hebt das Designbüro hervor. Bei Cultural Explorations verschmelzen verschiedene kulturelle Einflüsse zu einer einzigen multinationalen In-Kultur. Traditionelles Handwerk verbindet sich mit zeitgenössischem Design. Zu sehen sind exotische Holz- und Brauntöne sowie Pigmentfarben in warmen Nuancen. Der Trend Planetary Exploration setzt sich mit Rohmaterialien auseinander, zu sehen sind mineralisch wirkende Oberflächen, die Farben spielen mit hellen und dunklen Kontrasten. In Natural Exploration geht das Interieur eine Symbiose mit der Natur ein. Haptiken werden durch Naturfasereffekte, wie etwa holzartige Reliefs oder Rindenstrukturen, geprägt. Geometrische Elemente imitieren die Pflanzenwelt und Details aus der Tierwelt werden aufgegriffen. So entstehen Camouflage-Muster aus der Tier- und Pflanzenwelt. Intensive Grüntöne mischen sich mit erdigen Farben. Im Trend Virtual Exploration entsteht eine neue digitale Exotik. Strukturen von Zellorganismen inspirieren und vermitteln ein neues Verständnis von 3D. Die Farbpalette umfasst lebhafte Aquatöne.
Grün und Blau
Die Trendexperten der Messe und viele Tapetenhersteller sehen Blau als Farbe der Saison. Dabei dominieren Nuancen, die ins Grünliche spielen. Stark vertreten sind vor allem Aquamarin, Petrol und Nachtblau. Neu ist ein rauchiges Jeansblau. In den Startlöchern zur Trendfarbe steht Grün. Das Deutsche Tapeteninstitut (DTI) erklärt diese auch als die Farbe 2017. „Die Tapetenhersteller verzeichnen schon seit einigen Jahren eine wachsende Nachfrage nach floralen Designs wie Blüten, Blättern und Ranken. Grüntöne wie Amazonasgrün, Apfelgrün, Froschgrün und Moosgrün holen die Natur nach Hause, wirken frisch und entspannend. Dem Farbtrend Grün folgt schließlich auch die Pantone-Farbe des Jahres 2017 – Greenery, ein gelblicher, belebender Grünton, der als Symbol für Neuanfang, Vitalität und Frische steht. Wir können uns der Wahl zur Farbe des Jahres 2017 nur anschließen“, sagt Karsten Brandt, Geschäftsführer DTI. „Natur und Natürlichkeit sind die Schlagworte, wenn es darum geht, die Wohntrends dieser Zeit zu beschreiben“, weiß Karsten Brandt.
Perlen, Prunk und Palmen
Die Sehnsucht nach Natur, Authentizität und Lebendigkeit ist eine logische Folge unseres von Hektik und Digitalisierung geprägten Lebensstils. Als Ausgleich holen sich immer mehr Menschen die Natur in die Wohnung. Die Natur findet sich in diesem Jahr auf Tapeten vor allem in Form von Grünpflanzen wieder: Zarte Baumzeichnungen erinnern an japanische Tuschearbeiten. Großformatige Blätter oder sich im Wind wiegende Schilfstängel sind so stark stilisiert, dass sie fast grafisch wirken. Aus tropischer Dschungelflora lugen bunte Papageien heraus. Dass die Möglichkeiten des Digitaldrucks noch nicht ausgereizt sind, zeigen fantastische Trompe-l’Oeil-Welten, die täuschend echt alten Zuber-Tapeten nachempfunden sind. (Kollektion Secret Garden von A.S. Création, Passepartout von Rasch, Sevilla von Erismann)
Das Grafik-Thema des letzten Jahres hat sich auf der Heimtextil 2017 verstärkt und verändert: En vogue sind Netz-, Waben- und Gitterstrukturen, die auch pulsieren können, vereinzelte Kreise, die sich zum Sockel verdichten, und grazile Dreiecke. Außerdem sieht man häufig Zickzackstreifen. (Infinity von Komar, Mac Stopa von A.S. Création)
Das Ornament erlebt in diesem Jahr ein Comeback. Die Designer haben sich inspirieren lassen von Palmetten und Rosetten aus dem alten Ägypten, Akanthusranken und Mäandern der griechischen Antike, Flechtbändern, Knoten-, Damast- und Kachelmotiven, Arabesken und Ranken. Auch ein Hauch Louis XIV, eine Prise Empire, ein Quäntchen Art Déco sind zu erkennen. Das alles wird nicht einfach kopiert, sondern neu interpretiert und coloriert. Häufig werden nur einzelne Musterelemente zitiert oder das Dekor verfremdet. Luxuriöse Vliestapeten, auf die winzige Glasperlen appliziert sind, funkeln und schillern im Lichtspiel. Mit größeren Perlen in Gold, Silber, Schwarz oder mit Strasssteinen lassen sich persönliche Wunschmotive realisieren – Unikate für die Wand. (Etwa die Individualtapete Karat von der Marburger Tapetenfabrik, und bei Glööckler, ebenfalls Marburg)
Eine moderne Ästhetik auf klassischer Basis zeigen textile Sujets von Damast bis zum wiederentdeckten Moiré. Früher nannte man das Stil-Tapeten. Die neue Generation kommt nicht altbacken daher, sondern mit zeitgemäßem Chic: Die Heißpräge-Technik erlaubt präzise Haschuren und feinste Linien für eine hochwertige Reliefhaptik, subtile Schattierungen und leichte Verwaschungen erzeugen Tiefe. Der Fond ist häufig trocken und matt im Leinen-Look, das Dekor schimmert seidig. (Etwa die Kollektion Etro von Rasch)
Unterstützung
Hilfestellung im Tapetendschungel geben die Hersteller mit bekannten Persönlichkeiten, deren Kollektionen auf der Messe präsentiert wurden. Zum Beispiel die Designer Harald Glööckler (Marburger Tapetenfabrik), Michael Michalsky, Wolfgang Joop, die Bloggerin Laura Noltemeyer (alle drei A.S. Création) oder Guido Maria Kretschmer (P+S International). Orac Decor, Hersteller von Profilen und 3-D-Ornamenten, arbeitet mit dem italienischen Architekten Orio Tonini zusammen. Yves Taillieu, CEO und Inhaber von Orac. „Um ein Höchstmaß an architektonischer und gestalterischer Qualität bei der Umsetzung unserer Vision sicherzustellen, haben wir bei der Entwicklung erneut auf die Expertise des aufstrebenden Designers Orio Tonini zurückgreifen dürfen. Ihm gelingt es unsere Objekte mit architektonischer Tragweite und Tiefe auszustatten.“
Und Rüdiger von Preen, Leitung Atelier bei A.S. Création, unterstreicht: „Hochwertige und außergewöhnliche Tapetenkollektionen sind unser Markenzeichen. Deshalb sind wir sehr stolz auf die Zusammenarbeit mit Michael Michalsky. Auch Laura Noltemeyer beweist mit ihrem Blog und ihrer Tapetenkollektion Stilgefühl und bringt frische Ideen an die Wände.“ Besonders stolz ist der Hersteller auf die erste gemeinsame Kollektion mit dem polnischen Designer Mac Stopa. Der Gründer des Studios Massive Design ist ein Multitalent, feiert als Architekt wie als Interior und Industrial Designer Erfolge.
Komar präsentiert zusammen mit dem preisgekrönten Fotografen Stefan Hefele eine neue Vliestapeten-Kollektion mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen aus aller Welt. Mit diesem Clou hat Komar auch Fachhändler und Maler im Fokus. „Mit unseren exklusiven Digitaldruck-Kollektionen stärken wir den Fachhandel. Hierbei ist es uns wichtig, unsere Partner durch unser 50-jähriges Know-how bestmöglich zu unterstützen. Der Maler stellt für uns eine wichtige Zielgruppe dar, um die Wände der Kunden durch unsere Fototapeten zu einem echten Erlebnis zu machen“, erläutert Roland Fiala, Vertrieb/Marketing Komar, weiter.
Tapete ist ein Produkt mit emotionalem Charakter. Der Endverbraucher kauft eine Tapete, wenn sie zu seinem Lebensstil und zu seinen Designvorstellungen passt. Der Maler hat die Chance mit seiner Beratung, die passende Tapete für seinen Kunden und dessen Einrichtungsstil zu ermitteln. Damit das Ergebnis am Ende glänzen kann, ist eines aber wesentlich, was für den Kunden auf den ersten Blick nicht zu sehen ist. Dazu erklärt Michael Nachmann, Leiter Anwendungstechnik Pufas: „Damit die hochwertige Tapetenverarbeitung voll zur Geltung kommt, ist es wichtig, dass der Untergrund perfekt vorbereitet ist.“
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