Die 30 besten Meisterprüfungen der Maler 2018 in der Ausstellung Meister in Form und Farbe.

Meister in Form und Farbe: Dreißigmal meisterhaft

Bei der Ausstellung „Meister in Form und Farbe“ im Regierungspräsidium in Karlsruhe überzeugten die frisch gebackenen Meisterinnen und Meister auch dieses Jahr mit Kreativität, Fleiß und Können.

Autorin/Fotos: Susanne Wierse

Wer die Ausstellung des Gestaltungswettbewerbs „Meister in Form und Farbe“ besucht, spürt, dass hier handwerkliche Leistung im ursprünglichsten Sinne erbracht wurde. Viele Arbeiten zeigen den Weg vom freien Experiment bis zur fertigen Oberfläche und belegen so die gestalterischen Fähigkeiten des Handwerksnachwuchses. „Mutig, erfrischend, solide, zudem spritzig, bunt und abwechslungsreich, immer auch gelungen und meisterhaft“: Diese Attribute schrieb das Regierungspräsidium Karlsruhe den Ausstellungsobjekten auf der Einladungskarte zur Eröffnungsveranstaltung zu. Und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Die 30 besten Meisterprüfungsarbeiten 2017 aus den Meisterschulen Karlsruhe, Lahr, Mosbach, Reutlingen, Ulm und den drei Meisterschulen aus Stuttgart spannen thematisch einen weiten Bogen – von der Lounge bis hin zu einer Imkerei – und zeigen individuelle, handwerklich überzeugende und farblich spannende Gestaltungen wie Lack- und Vergoldetechniken, Holz- und Lederimitationen, Reißlacktechniken und vieles mehr.

Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm wies zu Beginn der von gut 200 Gästen besuchten Eröffnungsveranstaltung darauf hin, dass die wirtschaftliche Stärke Baden-Württembergs nicht von Akademikern alleine geschaffen und gesichert werde: „Wir brauchen auch Menschen, die mit ihren Händen etwas schaffen und anpacken können.“ Sie bezeichnete die Ausstellung als „ästhetischen Genuss“ und bescheinigte den Arbeiten „höchstes Niveau mit faszinierender Ausstrahlung“.

Mit einem Appell zu Selbstbewusstsein, zum Anpacken im Handwerk sowie zu einer Abkehr vom „allgemeinen Jammern und Nörgeln“ machte der Landesinnungsmeister des Maler- und Lackiererhandwerks, Thomas Schiek (Urbach) den rund 30 frischgebackenen Meisterinnen und Meistern bei der Ausstelltung „Meister in Form und Farbe“ Mut für ihre berufliche Zukunft. „Wir leben im besten Baden-Württemberg, das es geben kann, und unsere hervorragenden Betriebe brauchen dringend hervorragende Fachkräfte: Die Aussichten sind glänzend für alle, die etwas bewegen wollen“, rief Schiek dazu auf, Chancen zu erkennen und zu nutzen.

„Meister in Form und Farbe“: Preise

Die Ausstellung „Meister in Form und Farbe“ beinhaltet einen Gestaltungswettbewerb. Eine landesweit zusammengesetzte Jury vergab sechsmal die „Auszeichnung für die Gestaltungsleistung“ der Sponsoren Baumit, Brillux, Caparol, Mega und Sto sowie den Sonderpreis des „Euro-Arbeitskreises Maler“.

Christoph Schmid (Akademie für Betriebsmanagement, Stuttgart) erhielt für seine Prüfungsarbeit „Gestaltung eines fiktiven Foyers im Planetarium München“ den Preis von Baumit. Er beeindruckte die Jury mit seinen Werktechniken zum Thema Weltall. Dabei wurde beispielsweise die Struktur von Mondgestein durch eine Spachtelmasse mit Lunkern und Riefen aufgegriffen und durch den Auftrag einer Silberpatina, dem anschließenden Polieren der Oberfläche sowie einem Gestaltungsraster mit Schlagmetall weiterentwickelt.

Den Empfangsbereich des Uhrenherstellers Laco zu gestalten, hatte sich Willy Quitschke (Akademie für Betriebsmanagement, Stuttgart) zur Aufgabe gemacht. Dazu setzte er das Uhrenmotiv in verschiedenen Werktechniken um. Etwa mit einer Lederimitation aus entsprechend strukturierter Spachtelmasse und Farbe, belegt mit Schlagmetall, oder mit der „Echtmetallhaut“, hergestellt aus einer Spachtelmasse mit hohem Metallanteil, die durch mehrere Schleif- und Poliervorgänge eine metallisch wirkende Oberfläche erhielt. Von dieser Prüfungsarbeit zeigte sich auch Brillux beeindruckt und verlieh dafür die Auszeichnung.

Lehmdesignputz

Dem „CupCakePoint“ in der Kölner Altstadt widmete sich Sabrina Kutzey. Die Stuttgarter Absolventin wurde bei „Meister in Form und Farbe“ von Caparol ausgezeichnet. Neben großem zeichnerischem Können entwickelte Sabrina Kutzey die Werktechnik „Spitze“. Auf dem Untergrund einer Hochglanzspachtelung wurde ein Spitzenstoff verspannt und mit grauer Latexplastik überspachtelt. Nach Abziehen der Spitze und Trocknung entstand eine optisch wie haptisch interessante Oberfläche.

Die Meisterprüfungsarbeit von Ina Buchfink (Kerschensteiner Schule Reutlingen) überzeugte die Mega. Buchfink entwickelte einen Touristik-Informationsstand zum Thema Australien. Als historische Technik beschichtete sie eine dreidimensionale Kontinent-Nachbildung mit einem Lehmdesignputz, auf dem die Landesgrenzen und traditionelle Zeichen der Ureinwohner mit einer selbst hergestellten Kalkcaseinfarbe aufgezeichnet wurden. Als Bodenbeschichtung entwickelte sie eine Technik mit mineralisch ummantelten Holzhackschnitzeln, die in ein 2k-Epoxidharz eingebettet wurden.

Dreidimensional wurde es auf dem Stand von Nicholas Kölper (Fachschule Farbe und Gestaltung, Stuttgart). Die auf einer 3D-Pyramidenstruktur aufgetragenen Beschichtungstechniken wurden von Sto ausgezeichnet. Entwickelt wurden sie für Wandflächen im 5-Sterne Berghotel „Mont Blanc“. Dabei griffen die Techniken nicht nur wegen der „gipfelartigen“ Oberfläche das Alpenmotiv auf, sondern die Oberflächentechniken nahmen Bezug auf Schnee und Stein. So erinnern bspw. feine silberne Risse auf hellgrauer Oberfläche an eine frisch gerissene Schneedecke.

Sonderpreis bei „Meister in Form und Farbe“

Der Sonderpreis Euromaler wurde dem Absolventen der badischen Malerfachschule Lahr, Waldemar Reifegerste, verliehen. Für sein Thema „Ausstellungsstände für einen Farbladen“ entwickelte er handwerklich und gestalterisch hochwertig ausgeführte Techniken und überzeugte so die Jury.

Bei allen Prüfungsarbeiten beeindruckte der Mix aus experimentellen und traditionellen Malertechniken. Für Besucher bietet die Ausstellung „Meister in Form und Farbe“ eine Quelle der Inspiration und zeigt die Vielfalt handwerklich gestalteter Oberflächen auf.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Kontakt zu den Meisterschulen:

  • Heinrich-Hübsch-Schule

Fritz-Erler-Straße 7

76133 Karlsruhe

www.huebsch.karlsruhe.de

  • Badische Malerfachschule

Ludwig-Frank-Straße 15

77933 Lahr

www.bamala.de

  • Malerfachschule Mosbach

Schillerstraße 4

74821 Mosbach

www.gewerbeschule-mosbach.de

  • Schule für Farbe und Gestaltung

Leobener Straße 97

70469 Stuttgart

www.farbegestaltung.de

  • Ferdinand-von-Steinbeis-Schule

Egginger Weg 26

89077 Ulm

www.fss.schule.ulm.de

  • Kerschensteinerschule

Gewerbliche Schule II

Charlottenstr. 19

72764 Reutlingen

www.kss-rt.de

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