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Nachwuchs

Tapeten im Fokus

Foto: Marburg
Teil 4: In den Teilen 1 bis 3 unserer Tapezierserie haben wir Tapetenarten vorgestellt, wichtige Aspekte der Untergrundvorbereitung erklärt und Licht in die Bedeutung der Symbole gebracht. Jetzt geht es ans Zuschneiden der Bahnen und ans Tapezieren.

Autorin: Constanze Wingender | Fotos: Marburg

Der erste Schritt bei den Tapezierarbeiten ist das Zuschneiden. Bei Tapeten, die mit „ansatzfrei“ ausgezeichnet sind, rechnet man pro Bahn die Raumhöhe plus zehn bis 15 Zentimeter. Bei gemusterten Tapeten muss der auf dem Beilegezettel angegebene Versatz noch hinzugefügt werden, damit die Bahnen anschließend dem Muster entsprechend geklebt werden können und oben sowie unten noch genug Überstand bleibt. Tipp: Wenn die erste Bahn geschnitten ist, legt man die anderen seitlich so an, dass Muster an Muster passt und schneidet sie genauso lang zu wie die erste Bahn.

Weichzeit

Zwischen dem Verarbeiten von Vliestapeten und Papiertapeten gibt es einen entscheidenden Unterschied und dieser heißt Weichzeit. Papiertapeten brauchen eine Weichzeit, die sich nach der Stärke des Papiers richtet. Sie ist immer auf dem Beilegezettel angegeben und muss exakt eingehalten werden. Wird sie überschritten, sind Blasen und offene Nähte die Folge. Zum Weichen werden die eingekleisterten Bahnen von beiden Enden her zur Mitte hin – also Kleister auf Kleister – zusammengelegt und eingerollt.

Der große Vorteil von Vliestapeten ist: Eine Weichzeit ist nicht erforderlich. Und noch besser: Statt die Tapete einzukleistern, kann auch in der Wandklebetechnik gearbeitet werden. Das heißt, der spezielle Vlieskleister wird mit einer kurzflorigen Walze gleichmäßig auf den Untergrund aufgetragen und die Vliestapete trocken in das Kleberbett eingelegt. Alternativ kann natürlich auch mit einem Kleistergerät gearbeitet werden.

Ausloten

Bevor die erste Bahn an die Wand kommt, wird sie ausgelotet, damit alle nachfolgenden Bahnen senkrecht verlaufen. Mit einem harten Bleistift wird von der Ecke aus an jener Stelle eine Markierung gesetzt, die einen Zentimeter kürzer als die Tapete breit ist. Nur so passt sie exakt in die Zimmerecke. Niemals sollte man einen weichen Bleistift verwenden, da dieser zu Verfärbungen an der Naht führen kann. Dann wird die Bahn zur Ecke hin und mit Überstand zur Decke und Boden angesetzt, per Hand ausgerichtet und von der Mitte ausgehend angedrückt. Dabei ist darauf zu achten, dass sie im Lot bleibt und sich nicht verzieht. Anschließend drückt man sie mit dem Tapezierwischer oder, bei empfindlichen Tapeten, mit einer Moosgummiwalze an.

Naht

Für die Behandlung der Naht – außer bei Prägetapeten – verwendet man am besten einen konischen Nahtroller. Wichtig ist, diesen ohne Druck einzusetzen, damit kein Kleister herausgepresst wird. Sanftes Anrollen heißt hier die Devise. Sollte die Tapete doch einmal auf ihrer Oberseite mit Kleister in Berührung kommen, muss dieser sofort mit einem sauberen feuchten Tuch entfernt werden, damit keine Flecken bleiben. Die Überstände an Decke und Boden entfernt man am besten mit einem scharfen Cuttermesser am Tapezierspachtel entlang.

Tapezierrichtung

Da heute nicht mehr überlappt, sondern „auf Stoß“ (Kante an Kante) geklebt wird, ist die Tapezierrichtung „vom Licht weg“ nicht mehr aktuell. Bei gemusterten Tapeten sollte man dennoch am Fenster beginnen und von dort aus nach beiden Seiten fortfahren, damit durch den Lichteinfall bedingte Nahtstellen optisch weniger in Erscheinung treten.

Grundsätzlich gilt zu beachten:

  • Hinter Heizkörpern und Öfen darf nicht tapeziert werden. Die Tapete sollte so zugeschnitten werden,
    dass ein gerader, sauberer Abschluss entsteht.
  • Tapetenbahnen dürfen nicht in der Länge aneinanderstoßen.
  • Optimale Tapezierbedingungen liegen bei +18 bis +25 Grad Celsius und 30 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte vor. Während des Trocknungsvorgangs ist zu rasches Trocknen durch Zugluft oder starkes Heizen und zu langsame Trocknung infolge zu geringer Raumtemperatur (unter +10 Grad Celsius) zu vermeiden. Beides kann zu Schäden in der Verklebung und zu Verfärbungen führen.

Die Teile 1 bis 3 finden Sie auf:
www.malerblatt.de


Foto: Marburg

Die Bahn wird gemessen und eine Markierung gesetzt.


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Anschließend wird das Lot eingezeichnet.


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Der Rapport muss angepasst werden.


Foto: Marburg

Die Tapetenbahnen werden zugeschnitten.


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Bei Vliestapeten kann der Kleister an der Wand aufgetragen werden.


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Die Tapete wird eingelegt und angedrückt.


Foto: Marburg

Der Nahtroller wird ohne Druck eingesetzt.


Foto: Marburg

Überstände entfernt man mit einem scharfen Cuttermesser.


PraxisPlus

Wie viele Rollen?

Den Tapetenbedarf kann man mit einer einfachen Formel errechnen.
Eine normale Tapetenrolle ist
0,53 Meter breit, 10,05 Meter lang
und reicht für circa 5 Quadratmeter. Daraus ergibt sich:

Raumumfang (Länge aller Wände) x Raumhöhe geteilt durch 5 = Anzahl
Tapetenrollen

Türen und Fenster werden als
Wandfläche gerechnet, so bleibt genug Verschnittreserve. Bei gemusterten Tapeten gilt es zu beachten, dass
sie eventuell mit einem mehr oder weniger großen Versatz geklebt werden müssen, der Bedarf erhöht sich dadurch. Angaben dazu finden sich auf dem Beilegezettel. Um Farbschwankungen zu vermeiden, sollte man zudem für einen Raum immer Tapeten derselben Anfertigungsnummer verwenden.



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