Teil 5: Richtig Tapezieren um Ecken und Kanten

Tapeten im Fokus: Richtig um Ecken und Kanten

Wer unsere Tapezierserie verfolgt hat, kennt sich beim Tapezieren an einfachen Wänden aus. In der Praxis geht es aber häufig um Ecken und Kanten. Was hier beim richtigen Tapezieren zu beachten ist, klären wir in dieser Folge.

Autorin: Constanze Wingender | Fotos: Marburg

Um Ecken und Kanten, in Fenster- und Türnischen oder durch Rundbögen und in Dachschrägen: Der Weg beim Tapezieren weg von der Wand hält einige Fallen bereit. Wie ist mit diesen Herausforderungen umzugehen?

Ecken und Kanten

Bei Innenecken darf man niemals in voller Bahnbreite durchtapezieren, da sich sonst beim Trocknen Falten bilden können. Die Bahn sollte so zugeschnitten werden, dass sie etwa einen Zentimeter um die Ecke reicht. Der Rest der Bahn wird wieder neu ausgelotet und im Rapport angesetzt.

Um lotrechte und gerade Außenecken können Tapeten grundsätzlich geklebt werden. Das Umfalzen gelingt mit einem Eckenkantenroller. Dabei ist darauf zu achten, dass die Tapete mindestens 10 cm breit auf der umliegenden Wand aufliegt. Ist es weniger, empfiehlt sich die Verwendung von Nahtkleber. Wichtig: Hinterlässt das Klebemittel Flecken auf der Tapete, sollten diese schnell mit einem feuchten fusselfreien Tuch oder Schwamm entfernt werden.

Ein sauberes Kantenbild erreicht man mit dem Einsatz von Tapeteneckleisten aus Kunststoff. Diese werden mit Montagekleber oder Klebespachtel angebracht und anschließend gespachtelt. Sie sind mit PU-Lacken überstreichbar und können deswegen im passenden Tapetenton gestrichen werden. Näheres zur Montage und zum Überstreichen kann bei den entsprechenden Herstellern erfragt werden.

Bei der Tapezierung wird die Tapete entlang der Kunststoffkante abgeschnitten. Dies ermöglicht ein sauberes Weiterarbeiten im Rapport oder einen Designwechsel der Tapeten. Auf dem Kunststoff empfiehlt es sich, mit Naht- oder Reparaturkleber aus der Tube zu kleben, um eine dauerhaft feste Verbindung zu erzielen.

Tapezieren um Türen und Fenster

Türen werden, von einer Seite kommend, antapeziert. Häufig findet die Bahn mit dem Türrahmen ihren Abschluss, ein Stück wird im passenden Rapport über der Tür eingesetzt und dann wiederum eine volle Bahn im Rapport tapeziert. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass die Naht in der Verlängerung des Türstocks auffällt, weil das menschliche Auge die Vertikale fortführt. Eleganter wird eine Tür eingefasst, wenn die Bahn vier bis fünf Zentimeter breiter ist als der bis zum Türrahmen zur Verfügung stehende Raum. Die Tapete wird geklebt und an der Außenecke des Türstocks schräg eingeschnitten. Alles Überstehende wird am Rahmen entlang mit Tapezierspachtel und Cuttermesser abgeschnitten, das obere Stück verklebt. Daran schließt sich ein Stück im passenden Rapport an.

Am Fenster sollte die Tapete immer so angesetzt werden, dass sie mit ihrer Breite auch die Nische abdeckt. Um dies zu erreichen, wird die Bahn entsprechend eingeschnitten. Dann wird das Stück oberhalb des Fensters entfernt und ein neues Stück mustergenau so angepasst, dass seine Länge für das Einklappen von oben in die Laibung ausreicht. Entsprechend des Musters wird die Tapezierung so fortgeführt, dass die Breite der Bahn auch auf der anderen Fensterseite die Nische kaschiert.

Mit Tapeten in Rundbögen und Dachschrägen

Bei Rundbögen tapeziert man zuerst die Wandbahnen neben und über dem Bogen und schneidet diese mit zwei bis drei Zentimeter Überstand zum Bogen ab. Diese Überstände werden dann mehrmals eingeschnitten, umgeklappt und in den Rundbogen eingeklebt. Um eine bessere Verklebung zu erreichen, kann auch hier mit einem Dispersionskleber aus der Standtube gearbeitet werden. Zuletzt wird die genau zugeschnittene Laibungsbahn eingepasst. Besteht die Tapete aus stärkerem Material, empfiehlt sich aus optischen Gründen wiederum der Einsatz von Tapeteneckleisten, die man an die Rundung anpassen und an denen man die Tapete exakt beschneiden kann.

Tapeten für Dachschrägen verklebt man in einem ersten Schritt – mit dem üblichen Überstand – von der Decke bis zum Boden. Dann wird die Bahn etwas nach oben in die Hohlkehle geschoben und mit einem Tapezierlineal durchtrennt. Die Bahn von oben wird abgezogen, das untere Stück festgedrückt und der obere Teil darüber geklebt. So wird dafür Sorge getragen, dass auch nicht gleichmäßig waagerecht verlaufende Hohlkehlen ordnungsgemäß tapeziert werden und die Schnittkante des unteren Stücks nicht sichtbar ist. Wer diese Tipps befolgt, erhält auch an den Übergängen ein perfektes Tapezierergebnis.

Zu Teil 1 , Teil 2 , Teil 3 und Teil 4 der Serie


Foto: Marburg

Die Kante beschneiden.


Foto:Marburg

Die Linie ziehen.


Foto:Marburg

Tapete mit Überstand abschneiden.


Foto:Marburg

Die überstehende Tapete einschneiden.


Foto:Marburg

Überstand ankleben und andrücken.


Foto:Marburg

Die Laibungsbahn wird angeklebt.



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