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Kreative Gestaltungstechniken: Neue Ideen mit bewährten Materialien

Kreative Gestaltungstechniken
Immer wieder anders

Kreative Gestaltungstechniken sind eine gute Möglichkeit, dem Kunden Individualität zu bieten, sich vom Wettbewerb abzuheben und höhere Margen einzustreichen. Um ständig up to date zu sein, sind nicht zwangsläufig neue Materialien notwendig, sondern Kreativität und Experimentierfreude. Wir zeigen neue Ideen mit bewährten Materialien.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Caparol

Die Liste der Kreativprodukte, die dem Fachhandwerk angeboten werden, ist lang: Lasuren, Spachtelmassen, Metallicfarben,… Und es kommen ständig neue Materialien zur kreativen Wandgestaltung hinzu. Dekorative Innenwandtechniken, die vom Profi individuell nach den Vorstellungen des Kunden angefertigt werden, bieten eine gute Möglichkeit, sich vom Wettbewerb abzuheben. Außerdem bringen kreative Gestaltungstechniken mehr ein: nicht nur mehr Aufmerksamkeit und damit Alleinstellung, sondern auch mehr Marge.

Kein Wunder also, dass das Fachhandwerk „heiß“ auf neue Ideen ist. Doch neue Gestaltungsideen sind nicht zwingend an neue Produkte gebunden. Vielmehr ist die eigene Kreativität und Experimentierfreude gefragt. Dann lassen sich nämlich auch mit bewährten Materialien neue Effekte erzielen – und diese sind garantiert nicht „von der Stange“.

Neue Impulse für „altes“ Material

Auch beim Farbenhersteller Caparol will man sich nicht mit den bekannten kreativen Gestaltungstechniken zufriedengeben, sondern entwickelt kontinuierlich weitere Ideen, wie mit den vorhandenen Produkten der Capadecor-Reihe neue Effekte kreiert werden können. Regelmäßig präsentiert das Unternehmen neue Beispiele für ungewöhnliche Kombinationen und Werkzeuge, mit teils eindrucksvollen Ergebnissen. Die Techniken sind allesamt zum Nachahmen gedacht und werden per Merkblatt erläutert – ausgehend von der einfachen Standardanwendung, der der Anwender je nach Kreativität und Objektvorgaben seine eigene Note verleihen kann. Im Folgenden stellen wir drei dieser neuen kreativen Gestaltungstechniken vor.

Kreative Technik „Parziale Stellato“: Ich seh den Sternenhimmel …

Parziale Stellato ist eine dieser neuen Gestaltungstechniken. Wörtlich übersetzt heißt „Parziale Stellato“ teilweise sternenklar. Und tatsächlich vermittelt diese Technik den Eindruck eines teilweise durch die Wolkendecke hindurch schimmernden Sternenhimmels. In die Dispersionsspachtelmasse Stucco Satinato werden hierfür die Glitzerpigmente Diamonds Gold oder Silber untergemischt.

Bevor die angemischte Spachtelmasse auf die Wand aufgezogen werden kann, muss diese mit einer Spezialgrundierung vorbereitet werden. Die Grundierung schafft nicht nur eine griffige Oberfläche für die nachfolgende Spachtelung, sondern dient gleichzeitig als „Hintergrund“ für dieselbe. Denn die Spachtelung wird, wie der Name der dekorativen Technik ja bereits vermuten lässt, nur partiell aufgebracht. Aus diesem Grund muss der Farbton der Grundierung auf den der Spachtelmasse abgestimmt sein. Im gezeigten Beispiel wurde für die Grundierung ein mittleres Grau (3D Granit 20), für die Spachtelmasse ein Anthrazit (3D Ferro 10) gewählt. Die Grundierung wird satt aufgerollt und sofort mit einer Venezianerkelle nachgespachtelt. Ein sichtbarer, aber nicht zu starker Kellenschlag ist dabei gewünscht.

Auf die trockene Grundierung wird schließlich die Spachtelmasse in Fleckspachtelung aufgebracht. Hierfür sollte man zwei Venezianerkellen bereithalten. Auf eine der beiden Kellen wird etwas Spachtelmasse aufgelegt. Mit der zweiten Kelle presst man das Material auf der ersten Kelle leicht zusammen. Beim Auseinanderziehen der beiden Kellen bleibt so auf beiden Kellen Material haften. Die zweite Kelle mit der Materialanhaftung wird nun sehr flach auf die grundierte Fläche aufgelegt und in einem kurzen Zug (immer im Richtungswechsel) über die Fläche geführt. Nach jedem Zug muss erneut Material von der ersten Kelle aufgenommen und auf die Fläche aufgebracht werden.

Kreative Technik „Nebbia“: Wie zarte Nebelschwaden

Auch bei der Technik „Nebbia“ (aus dem Italienischen für Nebel) treffen zwei Produkte aus dem Caparol-Bestand aufeinander: eine quarzgefüllte Zwischen- und Schlussbeschichtung in feiner Körnung („MultiStruktur Fein“) und eine glänzende Dispersionsfarbe mit metallischer Optik („Metallocryl Interior“). Werden ein mittlerer Grau-Ton („3D Mai 10“) für die Strukturbeschichtung und ein Beige-Ton („3D Palazzo 200 MET“) für die Metallic-Beschichtung gewählt, ergibt sich durch die Gestaltungsvariante „Nebbia“ die Anmutung eines zarten Nebelschleiers.

Im ersten Arbeitsgang wird die quarzgefüllte Beschichtung satt mit der Rolle aufgelegt und anschließend mit einer Textur-Stupfbürste in kurzen horizontalen Zügen strukturiert. Nach kurzer Ablüftzeit zieht man die Fläche, ebenfalls horizontal, mit einer Kunststoffkelle leicht nach. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Struktur nicht völlig zugezogen wird. Es soll lediglich die Oberfläche geebnet werden. Nach der Trocknung kommt die die Metallic-Bebeschichtung ins Spiel. Sie wird partiell mit einem Pinsel aufgetragen und mit einem Schwamm oder Fliesenwaschbrett auf der Fläche verwischt. Je nach gewünschtem Effekt kann entweder direkt im Anschluss oder erst nach der Trocknung ein zweiter Farbton in gleicher Arbeitsweise aufgebracht und verwischt werden. Der Unterschied zeigt sich in den Übergängen: Sie erscheinen bei der Nass-in-Nass-Verarbeitung weicher und weniger markant.

Eine interessante Variante ergibt sich aus „Nebbia,“ wenn man die oben genannten Farbtöne gegen Brauntöne eintauscht. Damit lässt sich ein Holzplanken-Charakter erzielen. Verstärken kann man den Effekt noch dadurch, dass man die Wand in ein Plankenformat unterteilt und mithilfe eines Maskierbands feine Fugen einarbeitet. Auf den ersten Blick glaubt der Betrachter vor einer Holzbretterwand zu stehen.

Kreative Gestaltungstechnik „Metallucente“: Edle Fliesen oder stylischer Beton?

Je nachdem, für welche Farbtöne man sich entscheidet und ob bzw. wie man die Unterteilung der Fläche vornimmt, ergibt sich bei der Technik „Metallucente“ entweder der Effekt edel glänzender Steinfliesen oder aber man glaubt eine mit Metallic-Lasur gestaltete Sichtbetonwand vor sich zu haben. Erzielt werden beide Optiken mithilfe einer Kombination aus Dekorspachtelmasse auf Kalkbasis („Calcino Romantico“) und glänzender Dispersionsfarbe mit metallischer Optik („Metallocryl Interior“).

Bereits der erste Arbeitsgang wird mit abgetöntem Material ausgeführt. Die Dekorspachtelmasse wird vollflächig auf die grundierten Flächen aufgebracht und auf Körnung abgezogen. Nach kurzer Ablüftzeit werden mit der Venezianerkelle im Richtungswechsel Schlieren in das Material hineingezogen, um ihm so eine Lebendigkeit zu verleihen. Nach der Trocknung erfolgt ein weiterer Spachtelmassenauftrag im gleichen Farbton. Allerdings erfolgt dieser – im Gegensatz zur ersten Schicht – nicht vollflächig. Vielmehr sollten bewusst „Fehlstellen“ in der Fläche zu sehen sein. Nach kurzer Ablüftzeit (das Material sollte an der Oberfläche nicht mehr kleben) wird dem Material der „Steincharakter“ verliehen: mit dem Kellenrücken arbeitet man partielle Riefen ein. Mithilfe des Griffs einer Heizkörperrolle entstehen Fugen in der Oberfläche. Die Riefen sollten dabei nicht zu lang und vor allem nicht zu tief eingezogen werden. Die so strukturierte Fläche kann anschließend unter leichtem Druck wieder etwas verpresst werden. So entsteht eine glatte Oberfläche mit sichtbetonähnlicher Zeichnung. Übermäßiger Druck beim Verpressen sollte auf jeden Fall vermieden werden, da dadurch insbesondere bei hellen Farbtönen Metallabrieb auf der Oberfläche entstehen kann.

Um die Saugfähigkeit zu egalisieren, wird die getrocknete Spachtelmasse von unten nach oben mit einer transparenten Grundierung eingerieben. Läufer müssen dabei unbedingt vermieden werden, denn diese würden sich später unschön abzeichnen. Auf die gut durchgetrocknete Fläche wird nun die Metallic-Farbe mit der Schwammscheibe dünn aufgerieben. Bei diesem Arbeitsschritt muss zügig Nass-in-Nass gearbeitet werden, damit keine Ränder in der Fläche entstehen.

Der Effekt ist, wie eingangs schon erwähnt von der Farbigkeit der Materialien abhängig. Wer puristischen Sichtbeton bevorzugt, wird zu Grautönen greifen. Wer statt dessen Steinfliesen imitieren – oder vielmehr interpretieren – möchte, kann beispielsweise über eine Spachtelmasse in sattem Grau („3D Venato 40“) ein helles Beige-Braun („3D Papaya 65 MET“) als Metallic-Farbe legen. Damit lassen sich perfekt noble braune Steinfliesen imitieren – und das in jedem gewünschten Format. Denn auch die Flächengliederung kann ganz individuell angepasst werden: Egal, ob großformatige oder eher kleine Fliesen, nahtloser Sichtbeton oder einzelne Sichtbetonelemente, die durch markante Fugen bestechen – mit dieser Technik ist alles möglich.

Weitere kreative Anregungen auf www.caparol.de/kreative-produktklassiker

Viele weitere Kreativtechniken finden Sie unter https://www.malerblatt.de/kreativtechniken/


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Wer Lust bekommen hat, einen Kreativkurs zu besuchen, kann den Seminarkatalog der Caparol Akademie ansehen und sich direkt anmelden unter:

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