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Parkhaussanierung inklusive neuem Farbleitsystem

Parkhaussanierung
Licht ins Dunkel gebracht

In einem Parkhaus in Friedrichshafen musste die Betonkonstruktion saniert werden. Bei der Parkhaussanierung wurden jedoch nicht nur Schäden beseitigt. Gleichzeitig erhielt die Garage auch ein Farbleitsystem.

Autor: Stefan D’Hooghe | Fotos: Triflex

Friedrichshafen ist ein beliebtes Urlaubsziel am nördlichen Ufer des Bodensees. In unmittelbarer Nähe des lebendigen Stadtkerns betreiben die Stadtwerke am See ein Parkhaus, das einem Einkaufszentrum angeschlossenen ist und somit als wichtiger infrastruktureller Knotenpunkt für Einwohner wie für Touristen fungiert. Auf sechs Decks, davon jeweils drei ober- und drei unterirdisch gelegen, finden 753 Fahrzeuge Platz – das macht das Bauwerk zum größten Parkhaus der Kreisstadt.

Chloride aus Tausalz und der Fahrverkehr hatten in dem 1988 errichteten Parkhaus über die Jahre dem Untergrund aus Beton und Gussasphalt zugesetzt. Durch die Schadstellen konnte Feuchtigkeit ungehindert in die Baukonstruktion eindringen, was ihre Standsicherheit gefährdete. Der Betreiber gab deswegen die Sanierung der Stützen, Fahrbahnflächen und Rampen in Auftrag. Neben einem dauerhaften Schutz vor chemischen Einflüssen und Feuchtigkeit war eine farbliche Ausgestaltung der neuen Beschichtung ein Kernanliegen, um mehr Helligkeit in die bisher sehr düster wirkenden Decks zu bringen und so die Sicherheit und Akzeptanz für die Benutzer zu erhöhen. Dabei sollten eine Sperrung des gesamten Parkhauses umgangen und der reguläre Betrieb trotz massiver Sanierungsarbeiten so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Schließlich laufen die Sanierungsarbeiten über einen Zeitraum von drei Jahren noch bis 2021.

Flexibel in der Verarbeitung

Nach eingehender Beratung entschied sich der Bauherr für den Einsatz eines Beschichtungssystems aus Flüssigkunststoff. „Schwierige Eckausbildungen bzw. Aufkantungen, von denen es in Parkhäusern einige gibt, lassen sich mit den Detail-Lösungen des Systems ausführen. Man braucht weder eine Kappleiste noch eine Wartungsfuge aus Silikon für den Abschluss“, sagt Alfons Schmid von den Stadtwerken. „Bei dem gewählten System hat mich insbesondere überzeugt, dass die Verarbeitung selbst bei niedriger Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen kann.“ Das war für einen zügigen Projektfortschritt wichtig. „Gemeinsam haben wir eine wirtschaftliche Lösung erarbeitet, die die Sperrzeit auf ein Minimum reduziert“, so Heinrich Winkler, Segmentmanager Parkhaus bei Triflex, dem Hersteller des für die Sanierung ausgewählten Flüssigkunststoffs. Er führt aus: „Aufgrund des geringen Flächengewichts des Materials lassen sich unsere Systeme auf fast allen Untergründen aufbringen, ohne die Statik zu beeinflussen.“ Ein Großteil des vorhandenen Guss-asphalts konnte belassen werden. Die Polymethylmethacrylat (PMMA)-Systeme weisen darüber hinaus alle vom zuständigen Fachplanungsbüro geforderten Prüfzeugnisse nach. Hinzu kommt die farbliche Ausgestaltbarkeit der Beschichtung, die die Umsetzung des vom Planungsbüro erstellten Farbkonzeptes erlaubte.

Parkhaussanierung: Sicher, hell und freundlich

Die Instandsetzung erfolgt abschnittsweise, die Zu- und Ausfahrt sind einseitig stets gewährleistet. Nach einer Betoninstandsetzung der Stützen und Fahrbahnplatten hat die ausführende Firma Geiger Bauwerkssanierung aus Bodnegg zunächst, wo erforderlich, die Gussasphaltflächen erneuert. Für die Bearbeitung der Fahrstraßen und Verkehrswege wurde ein Beschichtungssystem vorgesehen, das für Flächen mit großer mechanischer Beanspruchung ausgelegt ist. Ein Spezialgewebe sowie eine besonders verschleißfeste Einstreuung, die gleichzeitig dem Belag eine hohe Griffigkeit und Rutschhemmung verleiht, geben der Beschichtung große Verschleißfestigkeit bei gleichzeitig höchster Rissüberbrückung nach OS 11b. An den Rampen und Spindeln, die täglich hohen Schub- und Scherkräften ausgesetzt sind, findet ein vollflächig vliesarmiertes Abdichtungssystem, das auf frei bewitterten Parkdecks und Topdecks eingesetzt wird, Anwendung. Einflüsse von Tausalzen und Sonneneinstrahlung, die einhergehen mit der exponierten Lage der Bauteile, können der Oberfläche künftig ebenso wenig anhaben wie Kraftstoffe oder Öle.

An den Anschlüssen und Übergängen kam zusätzlich ein speziell für diese Bereiche entwickeltes Abdichtungssystem zum Einsatz. Auch hier wird mit einer Vlieseinlage gearbeitet, die zwischen zwei Schichten des Harzes eingelegt wird. Die nahtlose Oberfläche bleibt somit hoch elastisch, dynamisch rissüberbrückend und nimmt Bauwerksbewegungen schadlos auf. Als letzten Schritt haben die Verarbeiter jeweils eine Schicht Versiegelung aufgetragen.

Die Betreiber entschieden sich bei den Fahrflächen für einen hellen Grauton, für die Fußgängerwege kamen Verkehrsgelb und -orange zum Einsatz. Selbst ohne die Beleuchtung zu verstärken, geben die hellgrauen Flächen den Decks mehr Helligkeit und erscheinen weniger beengt. Sogar die unterirdisch gelegenen Parkflächen wirken dadurch freundlich. Die farbigen Markierungen sind mit ihrer hohen Leuchtkraft nicht zu übersehen und verbessern so die Orientierung.


PraxisPlus

Verwendete Triflex-Produkte

  • ProDeck
  • ProPark
  • ProDetail
  • Cryl Finish 209

Weitere Informationen:

www.triflex.de



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