Sämtliche Schalldämmmaße eingehalten

Schallschutzdecken in der Musikschule

Um den Schülern ein ideales Umfeld zu bieten und sicherzustellen, dass die Hausbewohner über der Musikschule ihre Ruhe genießen können, erfolgte der Ausbau der Proben- und Unterrichtsräume in enger Abstimmung mit einem Berliner Akustikbüro und den Trockenbauexperten der Operis Bau.

Vor dem Einzug der Musikschule „musikplus!“ wurden die Räume im Erdgeschoss des historischen Gründerzeithauses von einer Ladenkette genutzt. Im Zuge der Nutzungsänderung und der besonderen Anforderungen an die später unter anderem für den Musikunterricht genutzten Räume wurden umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich. Früh in das Projekt involviert wurden auch die Wohnungseigentümer und Mieter im Haus genauso wie das Ingenieurbüro acouplan.

Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Massivbauweise errichtet. Die Geschossdecke zwischen Erd- und erstem Obergeschoss bildet eine Holzbalkendecke mit Rabitzputz, die lichte Raumhöhe von Bestandsboden bis Bestandsdecke beträgt 3,41 m. Der gemäß DIN 4109 geforderte Mindestschallschutz für Gewerbebetriebe beträgt ein erforderliches Schalldämm-Maß ( R’w) von 62 Dezibel (db). Berechnungen des Akustikbüros ergaben, dass mit den zu erwartenden Schalldruckpegeln in einer Musikschule, etwa beim Spielen eines Saxophons oder eines Flügels, ein bewertetes Schalldämmmaß der Decken und Wände von etwa R’w 65 dB benötigt wird, um die Anforderungen einzuhalten. Im Sinne einer ausreichenden Planungssicherheit sollte sogar ein bewertetes Schalldämmmaß von R’w = 70 dB angestrebt werden.

Schallschutzdecken

„Unsere Arbeit an den Decken der Übungsräume begann mit der Demontage der alten abgehängten Konstruktionen und der, wo notwendig, Ausbesserung von Fehlstellen im Deckenputz. Anschließend haben wir an die Bestandsdecke eine zweilagige, je Lage 20 mm starke Deckenbeplankung direkt befestigt. Sie dient in allen Räumen als Basis für die nachfolgenden, je nach Raumanforderungen ausgebildeten Unterdecken“, so Gilbert Lichte.

Zu deren Aufnahme wurden in allen Unterrichtseinheiten Weitspannträger mit einer Spannweite von 3.300 Millimeter (mm) und einem Achsabstand von 400 mm montiert, sämtliche Anschlüsse mittels Elastomerauflager vollständig schallentkoppelt. Die an den Weitspannträgern angebrachten Tragprofile beplankte das Ausbauteam dann „raumindividuell“: „Im Foyer und Empfangsbereich war eine einlagige Beplankung ausreichend. In besonders ,lautstark’ genutzten Räumen wie etwa dem Schlagzeug-Übungsraum haben wir die Weitspannträger zunächst noch einmal mit zwei Lagen , Die Dicke’ beplankt, gefolgt von einer dritten Lage mit Schallschutzplatten. Im Hohlraum über den abgehängten Decken unterstützt eine 3 x 100 mm starke Auflage aus Mineralwolle die Schalldämmung der Deckenkonstruktion. Die Verlegung in drei Lagen diente der Kreuzfugenvermeidung.“

Integration eines Schienensystems

Schallschützend wurden auch die Wandkonstruktionen ausgebildet: In sämtlichen Unterrichtsräumen wurden doppelt beplankte und gedämmte Vorsatzschalen körperschallgetrennt vor den Bestandswänden montiert. Die Vorsatzschalen im besagten Schlagzeugraum wurden umlaufend sogar dreilagig beplankt. „Für den Unterrichtsbetrieb waren einzelne, voneinander schallgeschützte Räume zwingend erforderlich. Für Aufführungen und musikalische Veranstaltungen mit Publikum sollten die Einzelräume miteinander zu einem rund 60 Quadratmeter großen Saal verbunden werden können. Die vorgesehenen mobilen Schallschutzwände laufen in einem Schienensystem, für das wir in den Deckenkonstruktionen schallgedämmte Nischen ausgebildet haben. Statisch werden die Schienensysteme über einen Stahlprofilrahmen gehalten, welcher von uns ebenfalls schallentkoppelt bekleidet und an sämtliche Decken- und Wandbauteile gleichermaßen schallentkoppelt angeschlossen wurde“, erläutert Lichte. Die Schallschutzdeckenkonstruktion wurde „umlaufend“ vor, über und hinter die Träger montiert, sodass die eigentliche Halterung der mobilen Trennwände direkt auf den Stahlträgeruntergurten erfolgen konnte. Die Nischenausbildung für die Laufschienen der Trennwände wurde konstruktiv an die Begebenheiten, bündig in die Schallschutzdecken angepasst. Mögliche Schallüberträge jeweils vor und hinter der Trägerebene im Deckenzwischenraum wurden durch zusätzliche Schallschotts verhindert.

Mehr zum Thema:
bit.ly/2G0xBaM


Verwendete Materialien

Tragprofile Rigips CD 60/27–06

Rigips Die Dicke

Rigips Die Blaue

Isover Akustic TP 1-Mineralwolle