Technik & Werkstoffe

Kreativer Umbau

Es war einmal ein Altbau … der sich in einem denkbar schlechten Zustand befand. Mit viel Engagement und Liebe zur alten Bausubstanz gelang es jedoch, ein energieeffizientes Gebäude daraus zu schaffen und ihn langfristig zu erhalten.

Stefanie Kälble, Baumit

Das im Allgäu gelegene Kempten darf sich zu Recht als eine der ältesten Städte Deutschlands bezeichnen – belegen doch die Aufzeichnungen eines griechischen Geschichtsschreibers, dass an diesem Ort bereits im ersten Jahrhundert nach Christus eine keltische Siedlung mit Namen „Kambodunon“ bestand.
Die aufkommende Industrialisierung, einige Jahrhunderte später, führte dann zu einem raschen Aufschwung der Stadt, in dessen Folge verschnörkelte Rokokofassaden und erhabene Patrizierhäuser entstanden.
So auch ein Mehrfamilienwohnhaus, das die heutigen Eigentümer im Jahr 2008 erwarben – und das sich leider in einem heruntergekommenen Zustand befand. Mit Hilfe von Farbe, Putz und und einer großzügig eingesetzten Abrissbirne schufen diese darin jedoch aus einer verbauten 4-Zimmerwohnung eine moderne und übersichtlich gestaltete 2-Zimmerwohnung.
Die dazu notwendig gewordenen Arbeiten erstreckten sich auf verschiedene Gewerke: Putzerarbeiten, Mauerwerks- und Betoninstandsetzung, Trockenlegung, Zimmererarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Klempnerarbeiten, Elektroinstallationsarbeiten, Fensterbau, Innenausbau und Malerarbeiten standen an. Abläufe, die einen entsprechenden Koordinations- und Überwachungsaufwand nach sich zogen.
Im Vordergrund stand dabei von Anfang an ein neues effizientes Konzept. Moderne Haustechnik mit energiesparenden Elementen für den täglichen Gebrauch, war stets die oberste Prämisse. Ein ortsansässiger Architekt und die eingebundenen Fachhandwerker setzten die Wünsche der Bauherren um. Gleichzeitig rückten Aspekte der Nachhaltigkeit im Bauwesen zunehmend in den Vordergrund. So wurde energie-, material- und kostensparendes Bauen angestrebt. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Gesamtbilanz der Baustoffe (umweltschonend in Produktion und Verarbeitung am Bau, später trennbar, wieder nutzbar, recyclebar oder unbedenklich abbaubar). Daher wird heute die Gesundheit der Bewohner durch Verwendung unbedenklicher Baustoffe gewährleistet.
Meterweise Elektro- und Wasserleitungen wurden dafür neu verlegt, Wände eingerissen, Zimmer getauscht und Böden entfernt. Das Haus erhielt eine neue, nach energetischen Gesichtspunkten ausgesuchte Dach- und Fensterfront, Holzvertäfelungen wurden entfernt, eine zeitgemäß dünne Isolierung des Daches wurde eingebaut, Gipskartonwände mit der entsprechenden Wärme- und Schallisolierung erhielten ihren Platz und zwei neue Türzargen wurden eingebaut. An den Wänden half Kalkspachtel bei der Überarbeitung des alten, groben Putzes, der dadurch nun ein glattes Erscheinungsbild zeigt.
Die Oberflächengestaltung wurde danach mit unterschiedlichsten Materialen, dezenten Strukturen und ausdrucksvollen Farben hergestellt und durch die Kombination ausgefallener Techniken zum wahren „Hingucker“. Der gesamte Wohnraum, das war der Wunsch der neuen Eigentümer, sollte zum Ausdruck ihrer eigenen Persönlichkeit werden. Individuell, auch und besonders in der gewählten Farbigkeit.
Wohlfühl-Oase
Damit sich auch wirklich jeder in den neuen Räumlichkeiten wohlfühlen kann, wurden Feng-Shui-Fachberater zu Rate gezogen, die dabei halfen, Farbwirkungen gezielt anzuwenden und die für die Bewohner günstigen Raumenergien zu stärken. Farben sind die sanftesten Hilfsmittel im Feng Shui, da sie sehr plakativ sind. Deren Abstimmung sowie die von Formen und Materialien waren den Besitzern sehr wichtig. Mit Lichteffekten, zum Beispiel an den Wasserhähnen, wurde dieser Wohlfühlaspekt verstärkt. Die freistehende Badewanne und der lichtdurchflutete, offene Raum geben nach Abschluss der Arbeiten das Gefühl der Freiheit wieder.
Verschiedene Untergründe dieses Raumes waren jedoch unterschiedlich stark saugend. Daher wurde zur Erzielung eines gleichmäßigen Untergrundes auf den gesamten Wandflächen ein Vlies eingesetzt. Dessen armierende Eigenschaften schafften eine sehr gute Basis für dauerhafte Freude an perfekten Kreativ-Flächen in den unterschiedlichsten Glanzgraden. Eingesetzte Marmor- und Lehmputze beeinflussen darüber hinaus die Innenraumarchitektur und wirken sich durch die Regulierung der Luftfeuchtigkeit sehr positiv auf das Raumklima aus. Natürlich ästhetisch, mit einer geradezu unbegrenzten Gestaltungsvielfalt. Zum Schluss kam ein extrem dünner Fließ-estrich auf die gesamte Fläche von 160 Quadratmetern, um Unebenheiten auszugleichen und einen tragfähigen Untergrund zu schaffen. Weiterhin wurde ein fast fugenloser Parkettboden in der gesamten Wohnung vollflächig verklebt. Sogar das Badezimmer kam ohne Fliesen aus. Hier wurde ein spezielles Öl zur Verringerung der Wasseraufnahme in das Holz eingearbeitet. Eine Altbausanierung ist also nicht nur ökonomisch vorteilhaft, sondern auch ökologisch sinnvoll. Historisch gewachsene Bauausführung, bewährte Konstruktion, Regeln der Baukunst und Erfahrung kommen immer mehr in Vergessenheit – doch nichtsdestotrotz gibt es Möglichkeiten und Faktoren für eine erfolgreiche Sanierung. Der Liebe zur alten Bausubstanz und den damit verbundenen Werten steht daher nichts im Wege.

kompakt
Es muss nicht immer ein Neubau sein – diese bekannte Aussage beweisen die vielfältigen, erfolgreich durchgeführten Arbeiten an einem alten Patrizierhaus in Kempten. Dort entstand eine ansehnliche Wohnung auf dem neusten Stand der Technik und Energieeffizienz.
Baumit
Reckenberg 12
87541 Bad Hindelang
Tel.: (08324) 921-0/Fax: -470

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