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Digitaldruck macht die Fototapete zum Trendwandbelag

Fototapete
Wunsch erfüller

Dank moderner Digitaldrucktechnik gelangt so ziemlich jedes Motiv in Form einer Fototapete in gewünschter Größe an die Wand – Egal, ob Landschaftsmotive, künstlerische Designs, realistische Materialnachbildungen oder eigene Fotomotive. Ein Streifzug durch die bunte Welt der modernen Wandbilder.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Wenn der Begriff „Fototapete“ fällt, haben viele immer noch den Palmenstrand oder den Laubwald vor Augen, der in den 70er- und frühen 80er-Jahren die Wände vieler Gebäude schmückte. Doch die frühen Fototapeten waren nicht ganz einfach zu verarbeiten. Durch das häufig dünne Papier, das für diese Fototapeten eingesetzt wurde, zeichneten sich kleinste Unebenheiten im Untergrund markant ab. Der Papierträger brachte noch ein weiteres Problem mit sich: Variierten die Weichzeiten, wirkte sich dies auf die Maßhaltigkeit der Tapete aus, wodurch es schnell passieren konnte, dass das Motiv an der Wand nicht mehr exakt passte und Versätze aufwies. Und auch die Druckqualität war – zumindest aus heutiger Sicht – häufig nicht befriedigend. So konnten die Tapeten zwar das Fernweh lindern, das Malerherz ließen sie dagegen nicht unbedingt höherschlagen.

Fototapeten im Trend

Diese „Kinderkrankheiten“ haben die Fototapeten, die heute übrigens aufgrund ihres Druckverfahrens häufig als Digitaldrucktapeten bezeichnet werden, längst überwunden. Und so verwundert es nicht, dass diese Tapetengattung immer beliebter wird. Janosch Muschick, Innenarchitekt und Creative Director bei Erfurt, ist sich sicher, dass sie Nachfrage nach Fototapeten eindeutig kontinuierlich zunimmt. Dies bekräftigt auch Matthias Häusler, Geschäftsführer bei Komar: „Die Nachfrage nach Tapeten hat in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt, welcher bis heute anhält.“ Vor allem während des letzten Jahres, das von vielfältigen Einschränkungen geprägt war, haben sich die Absatzzahlen positiv entwickelt. Häusler glaubt den Grund dafür zu kennen: „Wenn wir in der Coronakrise etwas Positives gelernt haben, dann ist es vermutlich, die schönen Momente nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern sie wirklich zu genießen. Im eigenen Zuhause zu entspannen und dabei eine optisch ansehnliche Umgebung mit Tapeten vorzufinden, das gehört sicherlich zu diesen Momenten. Wir denken, dass das Zuhause durch Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen nochmals ein Stück an Wertschätzung gewonnen hat. Mit Tapeten lassen sich schließlich beeindruckende Wohlfühloasen kreieren, welche das Zuhause auf wunderbare Art und Weise verschönern.“

Für alle Räume im Innenbereich

Damit ist auch ein wichtiger Anwendungsbereich für Fototapeten bereits genannt. Waren die großformatigen Wandbilder einst vorrangig in repräsentativen Bereichen zu finden, so gibt es heute das passende Motiv für jeden Raum – egal, ob Foyer, Restaurant, Shop, Wohn-, Kinder-, oder Schlafzimmer, für das Bad oder die Küche. Das bestätigt auch Janosch Muschick auf unsere Nachfrage nach den bevorzugten Einsatzbereichen: „Eigentlich gibt es keine besonderen Einschränkungen mehr; auf allen Wänden und Decken, an denen eine Individualisierung gewünscht und/oder sinnvoll ist.“ Derselben Meinung ist Matthias Häusler: „Fototapeten eignen sich für jegliche Räume im Innenbereich“, sagt er und erklärt, was es mit der derzeit beliebten Featurewall auf sich hat: „Eine Effektwand (= Featurewall) ist der Trend im Bereich Tapezieren mit Fototapeten. Hier entsteht ein Raum mit außergewöhnlicher Aussage, wodurch hochwertige Möbelstücke wiederum optimal in Szene gesetzt werden. Der Raum wirkt dadurch größer und eleganter.“

Verschiedenste Stilrichtungen

Ähnlich vielfältig wie die Anwendungsbereiche sind mittlerweile auch die Motive. „Durch die rasant zunehmende Motivvielfalt gepaart mit einfachster Bildbearbeitung zeichnen sich grafische Trends immer uneindeutiger ab. Kenntnis und Verbreitung der digitalen Möglichkeiten und Vorteile – im Bestell- sowie im Produktionsprozess – provozieren immer individuellere Designs“, weiß Janosch Muschick. „Dennoch lassen sich einige Strömungen hervorheben, die wir unterschiedlich interpretiert in unsere aktuelle Kollektion „JahrhundertWände“ haben einfließen lassen; opulente Naturmotive, gealterte architektonische Oberflächen (Beton, Ziegel, Bretter, abblätternde Farbe, …), gedeckte bis „schmutzige“ Farben, subtile Ornamentiken, …“, ergänzt er. Einen Einblick in die Kollektion „JahrhundertWände“ erhalten Sie hier: https://bit.ly/3wJoW2F.

Bei Komar sieht man für das aktuelle Jahr deutliche Trends und hat mit entsprechenden Kollektionen darauf reagiert. „Dieses Jahr sind vor allem drei Kategorien besonders angesagt: Tropical Vintage Wall Art, Grandmillennial und Japandi“, lässt uns Geschäftsführer Häusler wissen und er beschreibt die drei Stilrichtungen wie folgt: „Tropical Vintage Wall Art ist ein paradiesischer Garten Eden, welcher aus wundervollen Tapeten mit botanischen Paradiesen besteht. Dschungel-Motive in zarten Pastellfarben oder in Schwarz-Weiß runden den fantastischen Design-Trend ab. Der Grandmillennial-Trend beinhaltet ein feines Zusammenspiel aus Minimalismus und Maximalismus sowie die Gegenüberstellung aus Tradition und Moderne mit einem Hauch von Nostalgie aus der englischen Regency-Ära. Mit diesen Tapeten entsteht nostalgisches Flair der Extraklasse. Das Zusammenspiel der aufregendsten Elemente aus Japan (filigrane Linien und durchdachte Konturen) und Scandi (= Skandinavien: geradliniger Minimalismus) ist einer der wichtigsten Tapetentrends in diesem Jahr: Japandi. Puristisch, schnörkellos, warm und gemütlich – hier entsteht geradlinige Eleganz auf zeitlosen Tapeten.“ Auf www.komar.de kann man sich durch die Tapetenmotive des oberbayerischen Herstellers klicken.

Zusätzlich zu den Kollektionen der Tapetenhersteller besteht die Möglichkeit, eigene Motive auf Tapete drucken zu lassen – das Digitaldruckverfahren macht´s möglich. Hier setzt höchstens die Auflösung des Fotos der Fantasie Grenzen.

Fototapete in hochwertiger Profi-Qualität

Doch nicht nur die Motive haben sich verändert. Von der Qualität der 70er- Jahre-Fototapeten ist nicht viel übrig geblieben. Die Motive sind dank modernster Digitaldrucktechnik gestochen scharf und können wahlweise mit matter oder glänzender Oberfläche oder gar mit Struktur geordert werden. Dank ihrer Trägermaterialien lassen sie sich darüber hinaus problemlos an die Wand bringen und erfüllen auch die Ansprüche eines Profis. „Alle unsere Trägermaterialien sind Erfurt-Vliestapeten, bestehend aus Zellulose und Textilfasern“, betont Janosch Muschick und konkretisiert das Erfurt-Angebot: „Als Ergänzung zu unserem sehr matten und samtigen Variovlies M 160 (160 g Glattvlies) haben wir mit der neuen Kollektion „JahrhundertWände“ ein hochglänzendes und extrem glattes Material eingeführt – Variovlies V 200 S (200 g Glattvlies). Zudem gibt es vier durch Prägeverfahren strukturierte Tapeten, alle rapportfrei und durch die Unterschiedlichkeit der Oberflächenstruktur passend zu vielen Motiven, um diesen mehr Plastizität und/oder Authentizität zu verleihen.“ Wie bei allen Erfurt-Produkten werde selbstverständlich auch bei den Fototapeten Wert auf Nachhaltigkeit und Wohngesundheit gelegt.

Auch bei Komar setzt man auf die positiven Eigenschaften von Vlies, wie wir von Matthias Häusler erfahren: „Alle unsere Fototapeten gibt es in verschiedenen Vliesmaterialien zu erwerben. Hierbei besitzen wir diverse Zertifikate, welche beispielsweise hinsichtlich Nachhaltigkeit und Emission absolute Spitzenwerte garantieren.“

Die Vorteile der Vliesträger liegen auf der Hand. „Vliestapeten sind sehr stabil und haben bei Kontakt mit Wasser (welches mit dem Kleister verrührt wird) kein Dehnungsverhalten. So kann die Wand eingekleistert werden und die Vliesbahnen anschließend Stoß an Stoß tapeziert werden. Bei Papiertapeten muss aufgrund des Dehnungsverhaltens ein kleiner Überlapp von zwei bis drei Millimetern tapeziert werden“, erklärt Matthias Häusler. Und sollten die Tapeten einmal nicht mehr gefallen, bringt der Vliesträger einen weiteren Vorteil mit sich: „Die Tapeten lassen sich rückstandslos von der Wand abziehen“, freut sich Häusler.

Lieblingsmotiv auf Fototapete im Wunschformat

Ob das Motiv wandfüllend oder lediglich als Motivstreifen oder im Wandbildformat angebracht werden soll – auch hier ist heute fast alles denkbar. „Unsere Tapeten können individuell von uns produziert werden und sind daher in jeder beliebigen Größe bestellbar. Für Sonderanfertigungen und Individualgrößen kann in 50 Zentimeter sowie ein Meter breiten Bahnen auf hochwertigem Tapetenvlies bestellt werden. Auch können Tapeten für Maler auf Wunsch in einem Stück gedruckt werden, sodass keinerlei Anschlüsse mehr tapeziert werden müssen“, informiert uns Komar-Chef Häusler. Innenarchitekt Muschick betont die Flexibilität hinsichtlich der Motivgrößen auch bei Erfurt: „Nahezu jeder Wunsch ist erfüllbar. Grundsätzlich gibt es aufgrund der Bahnaufteilung keine Größenbeschränkung – manchmal liegt diese nur in der Güte der Druckdatei. Klein angefangen limitiert unser Tapeten-Konfigurator (erfurt.juicywalls.pro) nach unten auf eine Bahnbreite bei einem Meter Bahnlänge. Mit unserer GIGA-Rolle bieten wir die Möglichkeit, eine einzige Bahn im Maximalformat von 3,15 m Höhe und 45 m Länge (oder andersrum) zu bestellen.“

Darüber hinaus sind Digitaldrucktapeten in Sonderformaten – etwa für Türen, Streifen, o. Ä. – erhältlich. Bei Komar beispielsweise bietet man ein solches an: „Sonderformen gibt es auf unseren ‚Dots‘ zu bestaunen. Dies sind kreisrunde, selbstklebende Vliestapeten mit 125 Zentimeter Durchmesser. Sie bieten eine schnelle Alternative zu den klassischen Tapeten. Die Anbringung erfolgt in wenigen Minuten – einfach von der Folie abziehen und direkt auf die Wand kleben. So können platz- und zeitsparende Akzente gesetzt werden“, führt Matthias Häusler aus.

Und wie sieht es bei Erfurt aus? „Auf Anfrage sind alle denkbaren Sonderformen möglich, wir bieten sie allerdings nicht im Standard an“, erwähnt Janosch Muschick. Doch auch beim Wuppertaler Wandbelagshersteller beschreitet man neue Wege: „Erwähnenswert ist z. B. die Sonderform „Drucken statt Streichen“ – hier können sämtliche Farbnuancen auf das individuelle Wandmaß als schnellstmöglich herzustellende unifarbene Fläche produziert werden.“

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