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Putzauftrag mit feinfühliger Farbgestaltung

Bautenschutz & Denkmalpflege
Putzauftrag mit feinfühliger Farbgestaltung

Mit Fachkenntnis und Herzblut wurde die Fassade eines dreigeschossigen Recklinghäuser Wohnhauses aus den 1920er-Jahren saniert. Dank eines vollflächigen Putzauftrags ist die Fassade jetzt gut geschützt.

Fotos: Brillux

Wie zu jener Zeit typisch, wurde die Fassade des in den 1920er-Jahren erbauten Wohnhauses mit Stuckflächen gestaltet. Eine Hälfte der Fassade war beim Bau mit ungelöschtem Kalk verputzt worden, während die andere Hälfte erst Jahre später einen Anstrich mit einer Dispersionsfarbe erhielt. Der Zahn der Zeit hatte an der Fassade deutliche Spuren hinterlassen, sodass der Hauseigentümer eine Renovierung plante. Zur Umsetzung sprach er den Malerbetrieb Warmbrunn aus Recklinghausen an. „Zunächst wünschte der Kunde ein Angebot für einen Renovierungsanstrich. Bei der ersten Besichtigung des Hauses war mir klar, dass ein lang anhaltender Fassadenschutz mit nur einem Anstrich nicht möglich ist“, so Malermeister Michael Warmbrunn. „Deshalb erklärte ich dem Eigentümer, dass nur ein Renovierungsanstrich technisch wie wirtschaftlich nicht sinnvoll ist und er mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein würde. Stattdessen empfahl ich einen vollflächigen Putzauftrag, um einen homogenen Untergrund zu erhalten. Der Kunde war überzeugt und so erhielten wir den Auftrag für die Vollsanierung mit Putz und Anstrich.“

Putzauftrag mit feinfühliger Farbgestaltung

Das Brillux Farbstudio entwickelte Farbentwürfe mit verschiedenen Farbtonvarianten, die der Malermeister seinem Kunden präsentierte. Schnell war jedoch klar, dass die Villa wieder einen Grünton erhalten sollte, da das Haus durch seine Solitärposition einen stadtviertelprägenden Charakter hat. „Das Haus ist hier ein Begriff, die Menschen sind an das Grün gewöhnt. Für sie ist es die grüne Villa“, erzählt Warmbrunn. Die konkreten Farbnuancen wurden vor Ort mithilfe von Musterflächen, die Michael Warmbrunn auf der Fassade anlegte, mit dem Inhaber festgelegt. Auf dem hellen Grünton der Fassade kommen die weißen Stuckornamente als Schmuckstücke optimal zur Geltung. Als Kontrast erhielt der Sockelbereich einen mittleren Grauton.

Eine starke Verrußung, die Reste einer Efeubewachsung, Algen – die Fassade des Hauses war in keinem guten Zustand. „Die Untergrundvorbehandlung war aufwendig und eine besondere Herausforderung“, erinnert sich Frank Komosinski, Technischer Berater bei Brillux. „Ziel war es, den Fassadenflächen einerseits ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu geben, aber gleichzeitig den Charakter des Hauses zu bewahren und sie nicht wie eine Neubaufassade aussehen zu lassen. Aus diesem Grund war ein Silicat-System für dieses Projekt erste Wahl.“

Fassadenreinigung

Im ersten Schritt entfernte das Malerteam den Ruß händisch von der Fassade und säuberte die Flächen anschließend per Hochdruckreiniger. Von den ehemaligen Fensterläden gab es noch Aufhängungen aus Eisen, welche abgeflext wurden und mit 2K-Epoxi-Haftgrund 855 eine haftvermittelnde Grundierung erhielten. Bezüglich des Beschichtungsaufbaus beriet sich Michael Warmbrunn mit Brillux. „Ich wollte in jedem Fall Silicatprodukte einsetzen. Einmal wegen der bauphysikalischen Eigenschaften und um den historischen Charakter des Hauses wieder hervorzuheben“, begründet Warmbrunn seine Entscheidung. Zum Grundieren und Festigen sowie zur weiteren Vorbereitung kam mit Fondosil 1903 ein tief eindringendes Grundiermittel auf Sol-Silicatbasis zum Einsatz. Der Putz war an zahlreichen Stellen gerissen. Aufgrund dieser Beschaffenheit des Untergrundes entschieden wir uns dafür, die Fassade vollflächig mit WDVS Pulverkleber 3550 zu armieren und das WDVS Glasseidengewebe 3797 einzubetten“, so Michael Warmbrunn.

Lange Lebensdauer

Das Silicat-System wirkt durch den chemischen Prozess der Verkieselung: Daraus resultiert in jeder Schicht des gesamten Beschichtungsaufbaus eine höchst beständige Verbindung zwischen Anstrich und Anstrichträger. Die gute Wasserdampfdiffusionsfähigkeit gewährleistet, dass die im Bauteil enthaltene Feuchtigkeit ungehindert nach außen diffundieren kann. „Für eine optimale Haftvermittlung und um eine noch gleichmäßigere Auftrocknung des Putzes zu erzielen, grundierten wir die mit dem Armierungsmörtel behandelte Fassade in einer Zwischenbeschichtung zunächst mit dem Struktur gebenden Silicat-Streichfüller ELF 3639“, erklärt der Malermeister. Dann folgte für eine dekorative Kratzputzstruktur die zwei Millimeter starke Putzschicht mit dem Silicat-Putz KR K2 3631.

„Als Schlussbeschichtung empfahlen wir eine einkomponentige Sol-Silicatfarbe, die durch Sol-Silicat, eine Kombination aus hochwertigem Kieselsol und Kaliwasserglas, in Kombination mit Hybrid-Protect natürlichen Schutz vor Algen und Pilzen und dauerhaft wetterbeständige Fassadenanstriche bietet“, erklärt Komosinski. Der hohe Aufwand, davon ist Michael Warmbrunn überzeugt, hat sich gelohnt und das Ergebnis spricht für sich: „Die neue stumpfmatte, mineralische Oberfläche ist wunderschön für das Auge und spiegelt den Charakter des Hauses perfekt wider. Die Villa hat durch den diffusionsfähigen mineralischen Aufbau nun wieder eine hohe Lebenserwartung.“

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de


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Eingesetzte Produkte

  • Fondosil 1903
  • Silikat-Streichfüller ELF 3639
  • Silikat-Putz KR K2 3631
  • Ultrasil HP 1901
  • Briplast Fassaden-Spachtel leicht ELF 1883
  • WDVS Glasseidengewebe 3797
  • WDVS Pulverkleber 3550
  • 2K-Epoxi-Haftgrund 855
  • Impredur Hochglanzlack 840


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