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Fliesen überspachteln: Einfach drüber

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Fliesen überspachteln: Einfach drüber

Fliesen überspachteln statt abschlagen: Fugenlose Bäder sind derzeit in aller Munde. Doch nicht jeder hat das Glück, ein Bad in einem Neubau gestalten zu dürfen. Ein Großteil der Aufträge spielt sich in der Altbausanierung ab. Doch auch aus älteren, gefliesten Bädern lassen sich moderne fugenlose Badezimmer machen. Spezielle Materialien ermöglichen es.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Jaeger

Kaum einem anderen Raum in Wohngebäuden wurde in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem Badezimmer. Was einst eine schlichte funktionelle Nasszelle war, ist heute immer öfter ein kleiner, aber feiner Wellness-Tempel, der nicht nur mit Whirlwanne und Regendusche aufwartet, sondern auch an die Wand- und Bodengestaltung höchste Ansprüche stellt. Vor allem fugenlose Bäder, bei denen Wände und Boden sowie die Auskleidung der Dusche aus einem Guss sind, stehen derzeit hoch im Kurs der Bauherren.

Während die Umsetzung einer solchen „fliesenfreien Zone“ in Neubauten relativ unkompliziert möglich ist, haben Besitzer von Altbauten häufig Alpträume, wenn es an die Badrenovierung geht. Das Abschlagen der alten Fliesen verursacht nicht nur Lärm und Dreck, sondern macht das Badezimmer schnell für längere Zeit unbenutzbar. Dabei lassen sich alte Fliesen auch einfach überspachteln, anstatt sie zu entfernen.

Überspachteln von Fliesen

Mithilfe eines innovativen Beschichtungssystems können geflieste Badwände und -böden jedoch relativ unkompliziert überarbeitet und so in moderne fugenlose Badezimmer verwandelt werden. Michael Jägersküpper, Leiter der Anwendungstechnik beim Beschichtungsstoffhersteller Jaeger, der ein solches System anbietet, fasst die Vorteile für den Endkunden zusammen: „Bei einer Sanierung mit unserem fugenlosen Wand- und Bodenspachtel entsteht kein Baulärm und ebenso weniger Dreck und Staub im Gegensatz zur Entfernung der alten Fliesen.“ Außerdem fällt der Beschichtungsaufbau mit nur zwei bis drei Millimetern Dicke erfreulich niedrig aus. Der Raumverlust ist also nahezu unmerklich. Und selbstverständlich profitiert auch der Maler oder Stuckateur: die fliesenlose Badezimmerrenovierung bietet ihm neue Betätigungsfelder, eröffnet ihm Flächen, die bislang dem Fliesenleger vorbehalten waren.

Fliesen überspachteln: Mit drei Spachtellagen zum Ziel

Doch bevor die alten Fliesen unter Spachtelmassen verschwinden dürfen, müssen einige Vorarbeiten geleistet werden. Michael Jägersküpper erklärt, welche: „Im ersten Schritt müssen alle Armaturen etc. demontiert werden. Anschließend werden die Silikonfugen rückstandslos entfernt und zusätzlich muss geprüft werden, ob der Bestand gemäß DIN 18534 abgedichtet ist. Die Fliesen müssen gründlich gereinigt und entkalkt werden.“

Wandfliesen werden mit einer Dispersions-Zement-Spachtelmasse, die Jaeger passend zum System anbietet, glatt gespachtelt. Zur Überarbeitung von Bodenfliesen wird eine zementäre Nivelliermasse (z. B. „Schönox HS 10“ oder „Ardex K 40“) eingebracht. Auf die trockene Ausgleichsspachtelung zieht man die erste Lage des mineralischen Boden- und Wandspachtels auf Kornstärke auf. Idealerweise sollte bereits bei der ersten Lage eine relativ glatte Oberfläche entstehen. Leichte Spachtelgrate oder Unebenheiten lassen sich nach dem Trocknen abschleifen. Nach Auftrag der zweiten Lage des zweikomponentigen Boden- und Wandspachtels wird die noch frische Oberfläche geglättet. Falls diese noch nicht den Anforderungen an Ebenheit und Glätte entspricht, kann auch die zweite Lage noch einmal geschliffen werden.

Schmutz- und wasserabweisend

Nachdem sämtliche Spachtelflächen gründlich entstaubt wurden, folgt die Versiegelung der Oberflächen, um diese beständig gegen Schmutz bzw. Wasser zu machen. Sämtliche Flächen, egal ob an der Wand oder am Boden, ob im direkten Spritzwasserbereich oder in Zonen, die keinem Wasser ausgesetzt sind, werden zunächst mit einem Farbloser, wasserverdünnbaren 2K-PU-Siegellack grundiert. Erst im nächsten Schritt muss die spätere Nutzung beachtet werden. Im Wohnbereich oder in Bereichen des Badezimmers, die keinem direkten Spritzwasser ausgesetzt sind, werden zwei weitere Schichten des Siegellacks appliziert. Anders sei dies im Duschbereich und auf Badezimmerböden, lässt uns Michael Jägersküpper wissen: „Im direkten Spritzwasserbereich wie dem Duschbereich und auch auf dem Boden im Badezimmer – also überall dort, wo das Produkt mit Wasser in Verbindung kommt oder stehendes Wasser zu erwarten ist – kommt unser 2K Aqua Nassraumsiegel 677 zum Einsatz.“ Außerdem empfehle dieser sich bei Arbeitsplatten und anderen stark belastbaren Flächen. Denn der Nassraumsiegel verfügt laut technischem Merkblatt nicht nur über eine sehr gute Wasserbeständigkeit, sondern punktet auch durch hohe Strapazierfähigkeit und ist beständig gegen Haushaltschemikalien und Hitze. Auch die Überarbeitung von Betonmöbeln oder Waschtischplatten mit dem Spachtelsystem sei möglich, fügt Jägersküpper an. Nur eine Einschränkung gebe es: „Böden im Duschbereich dürfen nicht gespachtelt werden“, sagt Michael Jägersküpper. Für diese Bereiche empfiehlt sich weiterhin der Einbau einer Duschtasse oder aber man greift auf die gute alte Fliese zurück.


Foto: Jaeger

Viele ältere Bäder sollen modernisiert werden. Die Bauherren wünschen sich häufig ein modernes fugenloses Bad, möchten das Abschlagen der alten Fliesen aber vermeiden.


Foto: Jaeger

Ein innovatives System ermöglicht den sicheren Aufbau auf den alten Fliesen. Nach der Nivellierung erfolgt die Spachtelschicht, abschließend wird den Anforderungen entsprechend versiegelt.


Foto: Jaeger

Aus der in die Jahre gekommenen bis zur Decke gefliesten „Nasszelle“ ist ein modernes, fugenloses Badezimmer geworden – ohne viel Dreck, Staub und langen Nutzungsausfall.


PraxisPlus

Das System „Deco Wall & Floor“ von Jaeger ist in 28 Farbtönen erhältlich. Es eignet sich außer für fugenlose Bäder auch für Wände und Böden in Wohnräumen und Küchen. Auch auf Betonmöbeln, Waschtischplatten und Arbeitsplatten kann das System angewendet werden.

Jaeger bietet für die Verarbeitung des Systems ein zweitägiges Praxisseminar an. In diesem werden insbesondere die Themen Untergrundvorbereitung, Produkteigenschaften und die korrekte Verarbeitung behandelt.
Weitere Informationen:

www.jaegerlacke.de



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